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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 02:19 Uhr

Schwaan : Werben für mehr Respekt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Hundebesitzer Mathias Cadow ärgert sich über Tierhalter, die Verschmutzungen zulassen

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Wenn Mathias Cadow mit dem Familienhund Cloudy Gassi geht, muss er auf seinem Weg dutzenden Haufen Hundekot ausweichen. Mittlerweile kann er nur noch resignierend mit dem Kopf schütteln. Über so viel Uneinsichtigkeit ärgert sich Cadow: „Es ist unfassbar, wie verdreckt die Parkflächen und Fußgängerwege hier sind. Selbst vor dem Spielplatz machen die Hundebesitzer nicht Halt.“ Dort lägen die Haufen sogar im Sand. „Da spielen Kinder. Dass die Hundebesitzer ihre Tiere dort einfach ihr Geschäft erledigen lassen, ist unverantwortlich. Wenn die Kinder beim Spielen dann die im Sand liegenden Haufen in die Hände kriegen, ist das absolut unhygienisch.“

Cadow hat festgestellt, dass das Problem zunehmend schlimmer werde. „Es scheint, dass sich immer mehr Besitzer keine Gedanken um den Hundekot des eigenen Tieres machen“, empört sich Cadow. Die gesamte Wiese vor seinem Wohnhaus sei voll mit Kot. Auch der Weg zu der Kleingartenanlage der Familie Cadow sei „vermint“. „Dabei ist alles vorhanden. Die orangenen Beutel hängen keine 100 Meter von der besagten Wiese entfernt.“

Das Problem bestehe in der gesamten Umgebung des Wiendorfer Wegs. „Auch auf dem Weg zum Supermarkt liegen die Haufen. Direkt auf dem Bürgersteig.“ Als Hundebesitzer könne er dies nicht verstehen. „Wenn ich mir ein Tier anschaffe, dann muss ich damit auch die Verpflichtungen akzeptieren, die so ein Tier mit sich bringt“, sagt Cadow. Er würde sich wünschen, dass die Hundehalter mehr Verantwortung für ihre Vierbeiner übernehmen. „Schließlich fällt das Verhalten von einigen Besitzern auf uns alle zurück.“ So fühlte er sich zum Beispiel fast dazu verpflichtet, auch schon den fremden Hundedreck aufzusammeln. „Andere Spaziergänger verdächtigen mich sonst, dass es mein Hund gewesen sei“, sagt Cadow. Er wisse auch, dass viele Leute zögern, die Hundehalter auf die Verschmutzung aufmerksam zu machen. „Natürlich möchte niemand anecken. Aber hier geht es um das gesunde Miteinander“, so Cadow. Es sei aber unfair denen gegenüber, die ihrer Pflicht nachkommen.


Leinenzwang oder Eigenverantwortung?


Auch ein weiteres Problem fällt dem Hundebesitzer auf. „Wir haben einen kleinen und noch jungen Hund. Der muss noch an der Leine geführt werden. Viele Hundebesitzer hingegen lassen ihre Tiere hier von der Leine – im Wohngebiet“, sagt Cadow. Auch hier legt er das Augenmerk auf den Spielplatz und den nahen Kindergarten. „Letztlich wissen wir ja nie, was in so einem Tier vorgeht.“ Abgesehen von den Kindern, sei er auch besorgt, dass ein größerer Hund den kleinen Cloudy verletzen könne. Das müsse nicht einmal absichtlich passieren.

„Abgesehen davon geht es auch hier um Respekt. Manche Menschen haben ja schließlich auch Angst vor Hunden. Und wenn die Vierbeiner dann unangeleint auf die Fußgänger zuspringen, kann das schon Angst schüren.“ Außerdem entstünde bei Cadow der Eindruck, dass längst nicht jeder Hund auf sein Herrchen höre. „Bei großen Hunden ist mir das schon nicht ganz geheuer“, so Cadow.

Die Stadt Schwaan hat allerdings wenig Möglichkeiten, bei unangeleinten Hunden oder Kotverschmutzung zu handeln. „Auf frischer Tat ertappt könnten wir ein Verwarngeld ab zehn Euro ausstellen. Ansonsten können wir den Besitzern nur mit den kostenlosen Beuteln entgegenkommen“, sagt Tina Holtermann vom Ordnungsamt Schwaan. Einen Leinenzwang – selbst in der Nähe von Spielplätzen – gäbe es nicht.

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