Bützower Möbelwerk : Wer erhält das Filetstück am See?

<strong>Neue Hoffnungen für</strong> die Industrie-Brache Möbelwerk? Zwei Bewerber haben jetzt ihre Konzepte vorgestellt. Für welches entscheiden sich die Stadtvertreter? <foto>Ralf Badenschier/Archiv</foto>
1 von 1
Neue Hoffnungen für die Industrie-Brache Möbelwerk? Zwei Bewerber haben jetzt ihre Konzepte vorgestellt. Für welches entscheiden sich die Stadtvertreter? Ralf Badenschier/Archiv

Seit über 15 Jahren wartet die Bützower Industriebrache Möbelwerk auf neues Leben. Jetzt gibt es zwei Bewerber aus der Region. Einer soll das Areal bekommen. Wurde gestern Abend über die Vergabe entschieden oder nicht?

svz.de von
29. Januar 2013, 08:31 Uhr

Bützow | Seit Jahren sucht die Stadt nach einem Investor für das Areal der ehemaligen Bützower Möbelwerke. Gab es zunächst drei Bewerber, laufen seit Monaten Gespräche mit zwei Interessenten, hinter verschlossenen Türen (SVZ berichtete). Der Hauptausschuss hat mehrmals nicht öffentlich beraten. Nun scheint eine Entscheidung in Sicht. Gestern Abend sollte es im nicht öffentliche Teil der Stadtvertretung einen Beschluss zur Vergabe des Areals geben. Das kündigte Bürgermeister Sebastian Constien jedenfalls zu Jahresbeginn im SVZ-Interview an. Ob es wirklich dazu gekommen ist? Das stand bei Redaktionsschluss dieser Seite noch nicht fest. Schließlich wird über die Tagesordnung des nicht öffentlichen Teils nicht informiert. Der Bützower Zeitung liegen jedoch Dokumente vor, die zumindest einen kleinen Einblick geben, was die Bewerber planen.

Bei dem einen Interessenten handelt es sich um eine große gemeinnützige Organisation aus der Region. Beim anderen um eine Privatperson, ebenfalls aus der Region, die das Projekt nach SVZ-Informationen mit Partnern umsetzen möchte. Die Bewerber stellten ihre Projekte im Herbst vergangenen Jahres im Hauptausschuss vor. Danach gab es noch einmal einen Fragenkatalog, der von beiden Bewerbern beantwortet wurde.

Daraus ergibt sich, dass der erste Investor "Gebäude mit 4 bis 6 Wohnungen in Reihenhausstil" plant. Dabei favorisiere er eine "eingeschossige Bauweise, u.a. um den Blick von Stadtseite her auf den Bützower See nicht unnötig einzuschränken". Nach derzeitigen Planungen gehe der Bewerber von "30 Wohneinheiten" mit "durchschnittlich 50 Quadratmetern Wohnfläche" aus. Dieser Bewerber spricht von einer Seniorenwohnanlage mit "möglichst durchgängiger Barrierefreiheit". Entsprechend sieht er "Senioren der Region" als künftige Mieter, aber auch "jünge Menschen, z.B. Rollstuhlfahrer".

Der zweite Bewerber spricht von "4 Geschosse mit freier Sichtachse zum See der derzeitigen Bebauung angepasst". Er plane "50 Wohneinheiten mit 50 bis 140 Quadratmetern". Die Frage zur Zielgruppe beantwortet er mit "Mehrgenerationen".

Beide Investoren planen, die Gebäude in eigener Hand zu behalten. Während der erste Bewerber selbst als Investor auftritt, will der zweite Bewerber eine "GmbH mit Sitz in Bützow" gründen.

Beide Bewerber sichern zu, dass der Zugang zum See öffentlich bleibt. Der erste Bewerber erklärt, dass "wie in einem Wohngebiet üblich", das Grundstück "für jedermann zugänglich sein" wird. Außerdem: "Mit finanzieller Unterstützung können wir uns eine anspruchsvolle Gestaltung der Uferpromenade vorstellen." Der zweite Bewerber schreibt: "Wie bereits im Hauptausschuss vorgestellt mit direktem Zugang zum Bützower See, inklusiv Uferpromenade und Grünflächen."

Beide Bewerber sprechen davon, innerhalb von zwei Jahren nach "Kaufvertrag" (erster Bewerber) bzw. nach "Erteilung der Baugenehmigung" (zweiter Bewerber) das Projekt "umsetzen" zu wollen. Beim ersten Bewerber bezieht sich das auf die Wohneinheiten. Der plant u.a. auch eine "Gemeinschaftseinrichtung" und ein "Mehrzweckgebäude", die nach drei Jahren fertiggestellt sein könnten.

Mitte der 1990er-Jahre kaufte die Stadt das Areal des ehemaligen Möbelwerkes für rund 280 000 D-Mark. So wollte man sich die Option bewahren, bei der künftigen Nutzung mit Einfluss zu nehmen. Es gab viele Ansätze: Tourismus, neues Gewerbe, altersgerechtes Wohnen. Doch in all den Jahren fehlte es an Investoren mit den entsprechenden Ideen und Geld. Die Stadt ließ zwar vor einigen Jahren Teile zurückbauen. Doch dabei blieb es bis heute.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen