Bützow : Wer baut in der Kirchenstraße 36?

Offene Türen nur für kurze Zeit in der Kirchenstraße 36. Bauarbeiter sind mit Freilegungsarbeiten im Innern beschäftigt.
Offene Türen nur für kurze Zeit in der Kirchenstraße 36. Bauarbeiter sind mit Freilegungsarbeiten im Innern beschäftigt.

Der Statiker ordnete weitere Untersuchungen zum Zustand des Baudenkmals an. Die Diskussion der Stadtvertreter zum Sanierungsprogramm wurde jedoch vertagt.

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01. April 2020, 05:00 Uhr

Ein Kompressor dröhnt und durchbricht die Ruhe an diesem Dienstagvormittag in der Kirchenstraße. Die Tür zum leerstehenden Haus mit der Nummer 36 ist geöffnet. Davor steht ein Baucontainer. Der ist halb gefüllt mit Steinen. Im Haus selbst brechen Bauarbeiter Fundamente auf. Die Arbeiten verwundern. Denn noch haben die Stadtvertreter Bützows gar nicht entschieden, dass das Gebäude weiter saniert werden soll. Also, was passiert dort jetzt?

„Es handelt sich um Freilegungsarbeiten. Die hat der Statiker angeordnet“, erklärt Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). Es gehe darum, die statischen Gegebenheiten des Fundaments und des Holztragewerks noch genauer zu untersuchen. In der Vergangenheit musste die Stadt als Eigentümerin schon ein Notdach installieren, um den weiteren Verfall des Denkmals abzuwenden. Nun gehe es darum, die Tragfähigkeit des Gebäudes zu prüfen. „Ich gehe davon aus, dass die gegeben ist. Jetzt muss ein Katalog aufgestellt werden, was an Sanierungsarbeiten notwendig ist und was das kostet“, erklärt Christian Grüschow.

Damit ist aber nicht gesagt, dass das Haus wirklich noch im Rahmen der Stadtsanierung in Schuss gebracht wird. Bekanntlich möchte Grüschow das städtische Sanierungsgebiet Innenstadt zum Abschluss bringen. Deshalb liegt den Stadtvertretern gegenwärtig eine Liste mit den Objekten vor, die im aktuellen Maßnahmeprogramm „Sanierung Altstadt Bützow“ 2020/21 aufgeführt sind. Die Kommunalpolitiker sollen entscheiden, welche Objekte noch in Angriff genommen werden sollen und welche nicht mehr.

Für die Rühner Straße 14 ist diese Entscheidung schon gefallen. Nachdem eine Kostenschätzung von rund 1,9 Millionen Euro Sanierungskosten ausging, haben die Stadtvertreter im Dezember beschlossen, dieses Denkmal nicht mehr zu sanieren. Mehr noch: Die Stadt soll einen Abriss des Denkmals beantragen, hatten die Stadtvertreter gefordert. Und das, obwohl die Landesdenkmalbehörde diese Haus als besonders geschichtsträchtig eingestuft hat.

Bereits 2018 hatten diese aber auch die Sanierung der Kirchenstraße 36 beschlossen. Seinerzeit gab es Pläne, im Erdgeschoss Vereinsräume einzurichten, im Obergeschoss zwei Wohnungen. Doch diese Pläne liegen mittlerweile auf Eis. Eine erste Kostenschätzung ging von rund einer Million Euro Investitionskosten aus. Ob sich diese Summe nach den neuen Untersuchungen noch erhöhen wird, bleibt abzuwarten.

Die Diskussion der Stadtvertreter zu der Liste liegt aufgrund der aktuellen Situation erst einmal auf Eis. „Wir können zwar grundsätzlich Sitzungen der Stadtvertreter im Umlaufverfahren durchführen, doch das funktioniert hier nicht“, sagt Christian Grüschow. Umlaufverfahren bedeutet: Stadtvertreter schicken zu Beschlussvorlagen ihre Zustimmung beziehungsweise Ablehnung schriftlich. Doch hier gehe es um eine Diskussion, da wird es Rede und Widerrede geben. Das sei in einem solchen Verfahren nicht möglich.

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