Bützow : Wenn Stillen auf Ablehnung stößt

Um Toleranz für stillende Mütter in der Öffentlichkeit zu schaffen, ließ sich Marie Dobbertin ablichten.
Um Toleranz für stillende Mütter in der Öffentlichkeit zu schaffen, ließ sich Marie Dobbertin ablichten.

Die 25-jährige Bützowerin Marie Dobbertin beteiligt sich an Fotoaktion, um anderen Müttern Mut zu machen

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04. September 2015, 19:06 Uhr

Das Fotoprojekt „Mama stillt“ zieht sich  mittlerweile durch die ganze Region. Auch die Bützowerin Marie Dobbertin hat sich an der Aktion beteiligt und sich von der freiberuflichen Fotografin Patricia Dettweiler, die ebenfalls aus der Warnowstadt kommt, ablichten lassen. Auf dem Bild stillt die 25-Jährige ihre Tochter Elisabet Rosalie, blickt dabei selbstbewusst in die Kamera. „Ich glaube, die Aktion hilft dabei, mehr Akzeptanz für das Stillen in der Öffentlichkeit zu schaffen“, sagt Marie Dobbertin. Vielleicht würden diejenigen, die sich bislang immer versteckt haben, sich dadurch ermutigt fühlen.

Für die junge Mutter ist das Stillen in der Öffentlichkeit selbstverständlich. „Das ist etwas ganz Natürliches“, sagt sie. Damit umgehen kann allerdings nicht jeder. „Ich werde oft schief angeguckt. Ob junge oder alte Leute – viele fühlen sich dadurch belästigt“, so Marie Dobbertin. Über die Ursache für das ablehnende Verhalten kann sie jedoch nur spekulieren. „Vielleicht finden es viele anstößig, weil dadurch die Brust entblößt wird. Dabei ist eigentlich gar nicht so viel zu sehen“, sagt die Bützowerin. Vielleicht seien die Reaktionen auch so scharf, weil stillende Mütter in der Öffentlichkeit immer noch ein seltenes Bild sind, die Leute es einfach nicht gewohnt seien. 

Für Fotografin Patricia Dettweiler ist das Projekt ein wichtiger Beitrag zur gegenseitigen Toleranz. Sie sagt: „Ich bin zwar selbst keine fanatische Verfechterin des Stillens, bin aber der Meinung, dass jeder das machen sollte, was er möchte.“ In den Sommermonaten hat die 32-Jährige, die selbst Mutter dreier Söhne ist, insgesamt acht Frauen aus der Region für das deutschlandweit laufende Projekt abgelichtet. Die Reaktionen darauf sind gemischt. So  habe das Bild einer stillenden Mutter vor dem Güstrower Schloss (SVZ berichtete) teilweise auch großes Unverständnis ausgelöst. Auf der Internetplattform Facebook hätten sich einige Kommentatoren abfällig über das Stillen in der Öffentlichkeit geäußert.

Doch auch wenn das Thema kontrovers diskutiert wird – Marie Dobbertin lässt sich dadurch nicht von ihrer Einstellung zum Stillen in der Öffentlichkeit abbringen. „Ich habe das schon mit meiner älteren Tochter so gelebt und mache es auch weiterhin“, sagt sie. Schlimm finde sie das nicht, schließlich habe das Kind einfach Hunger.

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