Fundbüros in der Region : Wenn der Sportbeutel liegen bleibt

Schüler haben viele Dinge, die sie mit sich rumtragen. Mancher Sportbeutel ist da schon im Bus liegen geblieben.
Schüler haben viele Dinge, die sie mit sich rumtragen. Mancher Sportbeutel ist da schon im Bus liegen geblieben.

In Bützow wird wenig abgegeben. Rebus hebt Fundsachen ein Schuljahr lang auf

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31. August 2016, 12:00 Uhr

Das Portmonee ist weg, der Autoschlüssel verschwunden, das Fahrrad geklaut – die Aufregung ist bei den Besitzern groß, wenn sie verschwundene Dinge suchen. Da führt der erste Weg oder das erste Telefonat zunächst ins Fundbüro. Dabei können vermisste Sachen mittlerweile auch im Internet gesucht werden. Doch Städte wie Bützow und Schwaan sehen dafür keinen Bedarf. Güstrow prüft das Angebot eines digitalen Fundbüros. Das Verkehrsunternehmen Rebus setzt auf das eigene Internetportal.

Im Bützower Rathaus wurden im vergangenen Jahr gerade einmal 55 Fundsachen registriert. „44 wurden wieder abgeholt“, sagt Anja Humay von der Stadtverwaltung. Was zurück bleibt sind alte Fahrräder, die nicht mehr in einem guten Zustand sind. „Wir vermuten, dass sie einfach entsorgt wurden“, sagt Humay. Bei dieser geringen Anzahl von Fundsachen rentiere sich der Einstieg in das digitale Fundbüro nicht.

Ähnlich sieht das auch Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer (UWS). „Wir haben im Jahr um die zehn Dinge, einen Schlüssel, mal ein kaputtes Handy, ein paar Fahrräder. Es gibt immer wieder auch Nachfragen nach verlorenen Sachen. Doch vieles wird einfach nicht abgegeben“, erzählt der Verwaltungschef. Dennoch findet er das Internet-Fundbüro eine gute Sache bei der Zusammenarbeit zwischen den Kommunen.

Die Landeshauptstadt Schwerin zum Beispiel setzt seit zwei Jahren auf das digitale Fundbüro. Das Portal nutzen neben Schwerin rund 1000 andere Gemeinden in Deutschland, Österreich und Italien. Über den Stadtnamen oder die Postleitzahl, die in die Suchmaske eingegeben werden, können so Dinge, die zum Beispiel Bützower oder Schwaaner vielleicht in einer anderen Stadt verloren haben, wiederfinden. „Vielleicht werden wir einen Link auf unsere eigene Internetseite stellen“, meint Mathias Schauer.

In Güstrow werden im Monat zwischen zehn und 20 Fundsachen abgegeben. Davon würde etwa die Hälfte von den Eigentümern wieder abgeholt, informiert Stadtsprecherin Karin Bartok. Das Internet-Fundbüro sei zwar bekannt, jedoch befinde sich die Stadt noch „in der Prüfung des Angebotes“, erklärt Bartok.

Auf die eigene Homepage verweist die Regionalbus Rostock GmbH (rebus). „In den Bussen bleiben natürlich regelmäßig Sachen liegen, insbesondere im Schülerverkehr. Das betrifft vor allem Sportbeutel, Jacken und Handys“, sagt Geschäftsführerin Simone Zabel. Auf der Internetseite des Unternehmens gebe es ein Formular, mit dem Fahrgäste sofort nachforschen können, ob die vermissten Gegenstände gefunden wurden. Die Fahrgäste könnten aber auch in den Kundencentern anrufen. „Die Mitarbeiter registrieren und lagern die Fundsachen ordnungsgemäß. In der Regel kann so immer schnell geholfen werden“, erklärt die Rebus-Geschäftsführerin. Über ein Schuljahr würden die Sachen aufgehoben. Danach übergebe das Unternehmen die Dinge an das DRK. „Innerhalb der rebus gibt es auch Überlegungen, ob wir künftig nicht abgeholte Fundstücke versteigern sollten, wie es in einigen Unternehmen schon üblich ist“, sagt Sabine Zabel.

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