Bützow : Wenig Gegenwind bei Glyphosat

Der Unkrautvernichter Glyphosat ist umstritten.
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Der Unkrautvernichter Glyphosat ist umstritten.

Wie stehen die Kommunen zum Glyphosat-Verbot? Bauernverband fordert geringere Pacht für betroffene Bauern

svz.de von
08. Februar 2018, 05:00 Uhr

Nach Rostock verbietet Neustrelitz als zweite Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ihren Pächtern, Glyphosat auf ihre kommunalen Flächen zu spritzen. Droht ein flächendeckendes Verbot auch in der Region Bützow und Schwaan für den Einsatz des umstrittenen Mittels zur Unkrautbekämpfung?

Schon jetzt deutet sich Streit an. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend und für das Verschwinden von Insekten und Vögeln auf dem Land zu sein. Einmal Glyphosat spritzen ersetze aber viele Stunden Arbeit, argumentieren viele Landwirte. Mehr Arbeit bedeutet höhere Kosten. Und wenn die Maschinen „dank Glyphosats“ die Felder nicht pflügen müssten, verbrauchten sie auch keinen Diesel. Der Präsident des MV-Bauernverbandes, Detlef Kurreck, Bürgermeister und Landwirt in Bastorf, kritisiert Glyphosatverbote: „Natürlich kann ein Eigentümer mit seinen Flächen verfahren, wie er das will. Aber es wäre doch schön, wenn er damit im Rahmen der Gesetzgebung bleiben würde – und Glyphosat ist nicht verboten.“

Landwirten im Umland von Bützow und Schwaan ist der Einsatz von Glyphosat erlaubt. Manfred Bissa, Vorsitzender des Bauernverbands Bützow, fragte, ob die unerwünschten Folgen des Mittels überhaupt wissenschaftlich nachgewiesen seien. Die Bauern könnten nicht ganz darauf verzichten, weil sonst öfter gespritzt werden müsse. Gleichwohl sei er ein Verfechter dafür, die Umwelt in Ordnung zu halten.

In der Stadt Bützow sei dieses Thema noch nicht besprochen worden, sagte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) auf Anfrage. Wenn gewünscht, könne die Verwaltung es auf die Tagesordnung des Fachausschusses setzen.

Auch im Rathaus der Stadt Schwaan gibt es keine Pläne für ein Verbot. Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) sprach die unklare Rechtslage an und verwies auf die demokratischen Gremien.

„Glyphosat wird eingesetzt, das weiß ich von einigen Landwirten“, sagt Reinhard Knaack (Linke), Bürgermeister der Gemeinde Lalendorf. Er wolle die Probleme bei diesem Unkrautvernichter nicht verniedlichen, aber nur mit einem „Verdacht auf…“ will er nichts reglementieren. Der frühere LPG-Vorsitzende und Fachmann bescheinigt dem Bundes-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ein „unglückliches Agieren“ in dieser Sache.


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