Kassow : Weiter warten auf die Warnowbrücke

Sorgenkind Warnowbrücke: Bereits vor einem Jahr war Warten angesagt, bis eine neue Brücke kommt. Und das Warten geht weiter.
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Sorgenkind Warnowbrücke: Bereits vor einem Jahr war Warten angesagt, bis eine neue Brücke kommt. Und das Warten geht weiter.

Kassows Bürgermeister Hans-Joachim Lang schließt Sperrung der Brücke bis Baubeginn nicht aus – und schimpft auf die Behörden

svz.de von
17. Mai 2018, 12:00 Uhr

Vor ziemlich genau einem Jahr berichtete die Bützower Zeitung über einen geplanten Neubau der Warnowbrücke zwischen Kassow und Kambs. „Das wird dauern, aber wir müssen dranbleiben“, sagte Kassows Bürgermeister Hans-Joachim Lang vor einem Jahr mit Blick auf eine Flut von Anträgen. Was hat sich seither getan?

Die nötigen Anträge seien allesamt eingeholt worden, erklärt der Bürgermeister. Als nächstes sollen die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Hans-Joachim Lang geht davon aus, dass im Herbst – wenn die Brut- und Nistzeiten vorüber sind – an der Brücke Baufreiheit geschaffen werden kann. Allein das Einrichten der Baustelle werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der Zustand der Brücke sei inzwischen noch schlechter geworden, erklärt der Bürgermeister. Deswegen will Hans-Joachim Lang demnächst einige Helfer zusammensuchen, um wenigstens die obere Schicht der Brücke auszubessern, damit sie bis zum Bau befahren werden kann. Dass die Brücke noch vor Baubeginn gesperrt werden muss, könne nicht ausgeschlossen werden. Die Tonnage ist ohnehin schon auf 7,5 Tonnen beschränkt.

Hans-Joachim Lang ist nicht nur glücklich darüber, dass eine neue Brücke kommen wird. Er ist auch sauer. Und zwar auf Schwerin. Im Oktober seien alle Anträge eingereicht worden, erst Ende April sei die Zustimmung erfolgt. „Jetzt fangen wir an zu rudern.“ Das Problem: Die meisten Baufirmen seien längst ausgebucht. „Am Ende bekommen wir dann vielleicht eine 08/15-Firma, die die Brücke zusammenklatscht und in zwei Jahren haben wir wieder Probleme.“ Er ärgert sich darüber, dass die Behörden zur Bearbeitung so lange benötigten und Leidtragender nun der Bauherr ist. „Wir würden gern schon viel weiter sein.“

Die Zahl der potenziellen Bewerberfirmen sinke nicht nur nach all der verstrichenen Zeit, die Preise der bauwilligen Firmen seien auch noch in die Höhen gestiegen. Ursprünglich wurden 1,1 Millionen Euro für den Abriss der alten und den Bau der neuen Warnowbrücke veranschlagt. „Aber ich glaube nicht, dass das reichen wird“, fürchtet der Bürgermeister. Dank des Flurneuordnungsverfahrens fließen zwar 90 Prozent Fördermittel, doch auch der zehnprozentige Anteil der Teilnehmergemeinschaft, in die neben den Gemeinden Kassow und Vorbeck auch angrenzende Landwirte einzahlen, wird in Summe mehr.

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