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Breitbandausbau im Amt Bützow-Land : Weiter warten auf das schnelle Netz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vor knapp einem Jahr wurden Fördermittel für übergeben / Kreis bereitet jetzt die Ausschreibungsunterlagen vor

von
erstellt am 25.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Nun liegen auch für Bützow und die Gemeinde Steinhagen Bundesmittel für den Ausbau des schnellen Internets bereit. Damit profitieren alle Gemeinden des Amtes Bützow-Land von der Bundesförderung für den Breitbandausbau. Mit dem 30 Millionen-Euro-Scheck, den der stellvertretende Landrat Wolfgang Kraatz (SPD) in dieser Woche entgegennahm, kommen alle Ämter des Landkreises Rostock in den Genuss der Bundesinitiative. Dennoch herrscht nicht in allen Gemeinden Zufriedenheit. Denn die ersten Fördermillionen wurden bereits vor knapp einem Jahr avisiert. Doch passiert ist seitdem noch nichts.

„Bei uns in Tarnow geht es noch einigermaßen mit der Verbindung, doch in Boitin und anderen Ortsteilen geht so gut wie gar nichts“, sagt zum Beispiel Tarnows Bürgermeister Ingo Sander (CDU). Richtig verärgert ist Gunter Brietzke (EB), Bürgermeister der Gemeinde Dreetz. Im August vergangenen Jahres überreichte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) in Dreetz den Fördermittelbescheid für die ersten drei Fördergebiete des Landkreises Rostock. „Wir wollen jetzt zügig mit den Ausschreibungen beginnen, um die Vorhaben anzugehen“, hatte Landrat Sebastian Constien (SPD) erklärt. Doch bis heute ist noch keine einzige Glasfaserleitung verlegt worden. „Was das Land geleistet hat, das ist schon bemerkenswert“, sagt Brietzke. Immerhin hat das Land von den bundesweit 2,3 Milliarden Euro bereitgestellten Fördermitteln 827 Millionen für Mecklenburg-Vorpommern eingeworben. Wiederum 148 Millionen Euro davon entfallen auf den Landkreis Rostock, so Kreissprecher Michael Fengler. Aber obwohl bereits vor knapp einem Jahr die ersten Fördermittel bereitgestellt wurden, fange der Kreis erst jetzt mit den Ausschreibungen der Ingenieurleistungen an, sagt Gunter Brietzke. „In Nordwestmecklenburg ist man da weiter.“

Michael Fengler bestätigt, dass „der Breitbandkoordinator des Landkreises Rostock gemeinsam mit einer Beratungsfirma die ersten Ausschreibungen vorbereitet“. Das betreffe unter anderem auch die Gemeinden Dreetz, Baumgarten, Bernitt, Jürgenshagen, Klein Belitz, Rühn, Penzin, Tarnow, Warnow und Zepelin. „Es gilt der Grundsatz: Sorgfalt vor Schnelligkeit, um den Breitbandausbau rechtlich und technisch sicher realisieren zu können“, sagt Fengler. Die Gestaltung der Ausschreibungen sei ein rechtlich und technisch höchst anspruchsvoller Vorgang. Deshalb habe der Landkreis einen Ingenieur zur Unterstützung des Breitbandkoordinators eingestellt. Wie kompliziert das Verfahren sei, macht Michael Fengler am Beispiel von Bützow und Steinhagen deutlich. „Der Förderbescheid mit den dazugehörigen Bestimmungen hat 76 Seiten voller rechtlicher und technischer Anforderungen und Bedingungen.“ Insgesamt habe der Landkreis 16 Förderbescheide bekommen.

Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka (SPD) kann das nachvollziehen. „Es geht hier um Millionen. Da sollte man das nicht übers Knie brechen“, sagt Czarschka. Außerdem sorge die Verzögerung auch dafür, dass es mehr Anbieter gebe. „Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft“, so die Bürgermeisterin.

„Die Ausschreibungen erfolgen europaweit und dauern mindestens zwölf Wochen“, sagt Michael Fengler. Dennoch gehe der Kreis davon aus, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau in den ersten Fördergebieten begonnen werden kann.

Gunter Brietzke hat da so seine Zweifel: „Die Tiefbauunternehmen warten doch nicht auf uns“, sagt der Dreetzer Bürgermeister. Er befürchtet, dass die Baufirmen gar nicht die Kapazitäten zur Verfügung haben, wenn jetzt viele Aufträge gleichzeitig ausgelöst werden sollen.

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