Schwaan : Weiße Wand war gestern

Im Außenbereich der Kunstmühle Schwaan konnte Christoph Dahlberg als einer von elf Künstlern seine Werke in die naturelle Umgebung integrieren.
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Im Außenbereich der Kunstmühle Schwaan konnte Christoph Dahlberg als einer von elf Künstlern seine Werke in die naturelle Umgebung integrieren.

Im Rahmen des Projekts „kunst.Wirtschaft“ präsentierten sich Künstler aus dem Landkreis Rostock mit ihren Werken in der Kunstmühle

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23. September 2017, 16:00 Uhr

„Wir als Künstler haben es schwer. Wir müssen im Prinzip etwas verkaufen, was niemand braucht. Aber die Betriebe haben selbst die Wahl, eine Wand mit Kunst zu füllen oder sie eben im tristen Weiß zu lassen“, erklärt Christoph Dahlberg. Er ist einer von elf professionellen Künstlern aus dem gesamten Landkreis Rostock, die derzeit in der Kunstmühle Schwaan ihre Werke vorzeigen. Vertreten sind Malereien, Plastiken, Grafiken und Glaskunstwerke.

Die Ausstellung ist Teil des Projektes „kunst.Wirtschaft“ und soll vier Wochen lang laufen. Zusätzlich zur Darbietung im Kunstmuseum Schwaan finden zwei Parallelausstellungen in den Kreisverwaltungen in Güstrow und Bad Doberan statt. So soll auch in den Kreishäusern Lust auf Kunst aufkommen und der ein oder andere nach Schwaan gelockt werden. Weiterhin sollen die Kreishäuser als öffentliche Orte, an denen Kunst präsentiert werden kann, stärker in das Bewusstsein rücken.

Initiiert wurde „kunst.Wirtschaft“ vom Landkreis Rostock und seiner Wirtschaftsförderung. Damit möchten sie die Zusammenarbeit von Kunst und Wirtschaft fördern. Im Rahmen der Ausstellung treffen die Künstler auf Unternehmer aus dem Landkreis. Diese haben wiederum die Möglichkeit sich mit den Künstlern auszutauschen und ihre Werke in Form eines Kaufs, einer Leihgabe, einer Ausstellung oder mit Kunst am Bau in angemessenem Rahmen zu präsentieren. „Die Idee zu diesem Projekt kam uns im unmittelbaren Gespräch mit den Künstlern selbst. Denn es ist auch ein Beruf mit dem man seinen Lebensunterhalt finanzieren muss. Indem wir Wirtschaft und Kunst näher zueinander finden lassen, wollen wir die Künstler auch wirtschaftlich fördern“, betont Landrat Sebastian Constien (SPD). Das Motto „kunst.Wirtschaft“ drückt dies mit einem Wortspiel aus, denn der Begriff zeigt, dass es sich bei der Kunst auch um einen Wirtschaftszweig handelt.

Für Museumsleiter Heiko Brunner erschien die Kunstmühle als Ort für die Präsentation der Kunstwerke perfekt. „Wir wollen den Künstlern eine kreative Plattform für ihre Werke bieten. Die Kunst am Bau ist heute leider selten geworden. Neben den Ausstellungen im ersten und zweiten Geschoss haben wir den Künstlern unseren Parkbereich zur Verfügung gestellt. Dort konnten sie ihre Werke in die Umgebung eingliedern“, so Heiko Brunner. „Ich wünsche mir, dass es in Zukunft nur noch die Diskussion gibt, welche Kunstwerke gekauft werden – nicht ob überhaupt Geld dafür ausgegeben wird.“

Christoph Dahlberg, der unter anderem mit seinen Stahlwürfeln im Außenbereich einen Kontrast zur Natur bietet, hat eine ähnliche Meinung: „Wir wollen Hand in Hand mit den Unternehmen zusammenarbeiten. Kunst ist nicht nur Dekoration. Sie kann auch eine architektonische Unterstützung sein“.

Unternehmer haben nun die Möglichkeit repräsentative Werke für ihre Geschäftsräume und Außenanlagen in Augenschein zu nehmen.

Der Künstler Christian Kabuß, der die Ausstellung auch musikalisch an einem Flügel eröffnete, sieht viele Gemeinsamkeiten für Unternehmer und Künstler. So rückt er das Streben nach Unabhängigkeit und nach einem Erkenntnisgewinn für beide Seiten in den Mittelpunkt. „Wir sind eine Gemeinschaft. Zu der Kunst gehört auch immer das Publikum, das sie wahrnimmt“, so Christian Kabuß.

Die verschiedenen Werke werden noch bis zum 19. Oktober in der Kunstmühle ausgestellt. Im Lichthof Bad Doberan präsentieren Künstler bis zum 1. und im Kreishaus Güstrow bis zum 8. November ihre Arbeiten.

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