Schwaan : Weiden verlieren ihren Kopf

Völlig ausgehölt ist der Stamm dieser Linde am Marktplatz.
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Völlig ausgehölt ist der Stamm dieser Linde am Marktplatz.

Schwaaner kritisieren Arbeiten an Bäumen / Bürgermeister verteidigt Pflege / Fachfirma ist im Einsatz / Nachpflanzungen erfolgen

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18. November 2015, 17:48 Uhr

In Schwaan wurden jetzt unter anderem in der Nähe der Einkaufsmärkte am Mühlenteichplatz Weiden gekröpft. Das sorge für viel Diskussionen, sagt Hans Lembcke am SVZ-Telefon. „Wie sieht das denn aus? Und dass mitten in der Stadt“, sagt der Schwaaner. Es sei vernünftig, wenn die Bäume gleichmäßig in einer Höhe von fünf, sechs Metern geschnitten werden. Doch wie das gemacht wurde, dass sei unmöglich.

Bürgermeister Mathias Schauer (parteilos) hat mit solchen Reaktionen gerechnet. Dennoch habe es dazu überhaupt keine Alternative gegeben. „Wir haben über die Arbeiten vor 14 Tagen öffentlich informiert. Sie sind notwendig, denn wir erfüllen damit unserer Verkehrssicherungspflicht“, so der Rathauschef. Letztlich halte er dafür den Kopf hin, wenn etwas passiere.

Die Arbeiten liegen in den Händen von Andreas Warkentin. Er ist der Baumsachverständige der Stadt Schwaan, hat dafür vor Jahren extra eine Ausbildung durchlaufen.

„Wir wissen schon ganz genau, was wir tun“, versichert er. Kopfweiden müssten beispielsweise alle fünf, sechs Jahre bis auf die sogenannten Kopfstellen heruntergeschnitten werden. „Das ist notwendig, damit die Baumkronen nicht zu kräftig, zu schwer werden. Dann kann es nämlich passieren, dass die Bäume auseinanderbrechen.“ Das sei auch bei einem Baum, der in der Nähe des Edeka-Einkaufsmarktes stand, passiert. Der Eigentümer hätte die Stadt angeschrieben, und auf die Gefahr von herunterfallenden Ästen hingewiesen, erzählt Warkentin. „Die letzten Pflegearbeiten an den Bäumen dort entlang der Beke liegen schon zwölf bis 16 Jahre zurück. Es wurde Zeit.“ Denn wenn man nichts tut, nehmen die Bäume Schaden und sie seien dann für immer verloren“, so Warkentin. Außerdem könne es keiner wollen, wenn durch herabfallende schwere Äste und umstürzende Bäume Menschen, Häuser oder Autos gefährdet werden.

Alle Arbeiten seien mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Die sei auch vor Ort gewesen, habe sich das angeschaut. Denn neben dem Kröpfen der Weiden, mussten auch drei Linden am Marktplatz komplett abgenommen werden. „Die Stämme waren total hohl, innen komplett verfault. Hier Bestand die Gefahr, dass die Bäume irgendwann umfallen“, so der Baumexperte.

Die Arbeiten werden aber nicht von irgendjemanden ausgeführt. „Das macht eine Firma, die schon mehr als 20 Jahre Erfahrung hat“, so Andreas Warkentin. Die Mitarbeiter des Bauhofes schreddern nur die Äste vor Ort und transportieren größere Baumteile ab und räumen auf.

Schwaan investiert allein in diesem Jahr rund 40 000 Euro in Baumpflegemaßnahmen in der Stadt. „Dazu gehört auch, dass wir natürlich Ersatzpflanzungen vornehmen“, so der Baumsachverständige. Zum Beispiel werden dort wo die Linden am Marktplatz standen, in den nächsten Tagen die Stubben weggefräst. „Dann werden dort von der Firma schon größere Linden neu gepflanzt“, so Warkentin.

Im Amt Schwaan gibt es allein unmittelbar an öffentlichen Straßen und Wegen rund 12 000 Bäume. Gegenwärtig erfolgt eine Bestandsaufnahme in ein sogenanntes Baumkataster. Dabei wird auch der Zustand jedes Baumes erfasst.

„Bäume wachsen, werden gefällt, wenn sie ihr Alter erreicht haben, und es werden neue gepflanzt. So ist das Leben“, sagt Warkentin.

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