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Bützower Zeitung

23. Oktober 2017 | 10:16 Uhr

bützow : „Wege übers Land“ im Kunsthaus

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Rostocker Künstler Rüdiger Gercken zeigt Ansichten vom Meer aus verschiedenen Jahrzehnten

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Am Wochenende beginnt im Bützower Kunsthaus eine neue Ausstellung: Rüdiger Gercken nimmt Besucher mit auf „Wege übers Land“. Und die führen häufig ans Wasser. So kommen verschiedene Ansichten der Kreidefelsen auf Rügen, des Stadthafens Rostock oder von seinen Reisen nach Dänemark zusammen. Eines seiner Werke zeigt einen spitz zulaufenden Kreidefels auf Rügen. Ein Anblick, den es so gar nicht mehr gibt. „Das ist ein historisches Bild“, sagt Gercken nicht ohne Stolz. Aber auch blühende Rapsfelder, Fischerhütten und die Rostocker Marienkirche bildete der Grafik-Designer aus Rostock ab.

„Im ersten Anlauf wollte ich Kunsterzieher werden“, erzählt er aus seiner Biografie. Das Studium in Dresden brach er aber nach zwei Semestern ab und studierte schließlich in Berlin und Heiligendamm Grafik-Design.

In seinen vielen beruflichen Stationen war Gercken unter anderem als Szenenbildner beim Fernsehfunk Rostock, als Pressezeichner und Layouter für die Ostseezeitung und nach der Wende am Staatstheater Braunschweig als Theatermaler und - plastiker tätig.

2008 zog es den 72-Jährigen zurück in seine Geburtststadt Rostock, wo er sich der Malerei widmet.

Die ausgestellten Bilder entstanden zu völlig unterschiedlichen Zeiten. Einige sind mehrere Jahrzehnte alt. Andere, wie eine dem Zerfall überlassene Hüte am Wasserschloss bei Gnemern, malte er dieses Jahr. Zu sehen gibt es beispielsweise auch ein Bild einer alten Ziegelei in der Nähe von Schwaan. „Die habe ich verfallen sehen, jedes Mal, wenn ich vorbei gefahren bin“, so Gercken. Daraufhin malte er im Frühjahr eine schnelle Skizze und hielt das alte Gebäude malerisch fest, bevor es endgültig zerstört ist.

Bei jedem einzelnen seiner Werke erinnert sich der Künstler genau, wann, wo und unter welchen Umständen es entstand. Zu jedem kann Gercken eine Geschichte erzählen. So auch bei einem Bild von einem Küstenweg in Warnemünde. Auf einer Seite sind Masten aufgereiht, von denen aus die Grenzwachen Meldung machten. In der Ferne sind Nienhagen und auch Heiligendamm zu erkennen, dazwischen die Ostsee. „Das habe ich 1988, kurz vor der Wende, gemalt“, so Gercken. Ein Bild jedoch tanzt bei der Ausstellung völlig aus der Reihe. „Ich schwöre“ zeigt Gerckens Sicht auf den letzten Wahlkampf – mit einer Portion Ironie.

Eröffnung der Ausstellung ist am Sonnabend um 15 Uhr im Bützower Kunsthaus.

Öffnungszeiten Bützower Kunsthaus: Di bis Fr 10 bis 15 Uhr; Sa 13 bis 15 Uhr

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