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Unhaltbarer Zustand in Bützow bemängelt : Wasser im Wallgraben: Fehlanzeige

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Wer nicht einmal in seinem Leben im Wallgraben gelegen hat, der ist kein echter Bützower. Ein Spruch, den man immer wieder hört. Doch selbst der größte Lokalpatriot möchte diesen „Ritterschlag“ heute nicht mehr erleben.

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erstellt am 27.Aug.2013 | 10:25 Uhr

Wer nicht einmal in seinem Leben im Bützower Wallgraben gelegen hat, der ist kein echter Bützower. Ein Spruch, den man von Einheimischen immer wieder hört. Doch selbst der größte Lokalpatriot und Bützow-Fan möchte diesen „Ritterschlag“ heutzutage nicht mehr erleben. Das Wasser steht in dem Graben, wenn überhaupt noch Wasser drin ist. Darüber beklagt sich jetzt auch Anwohnerin Grit Korzitze.

„Die Ratten schauen schon durch mein Terrassenfenster“

Sie ist vor über einem Jahr in das Haus ihrer Eltern in der 4. Wallstraße gezogen. Sie weiß noch aus Erzählungen, dass der Wallgraben vor Jahrzehnten reichlich mit Wasser gefüllt war. Doch davon sei nicht mehr viel zu sehen. Natürlich habe es in den zurückliegenden Wochen kaum geregnet. „Dennoch, der Zustand jetzt geht gar nicht mehr. Es ist teilweise gar kein Wasser mehr drin. Es blubbert richtig und es riecht fürchterlich“, schildert die Bützowerin. Außerdem liege eine Menge Unrat im Wallgraben. Das lockt Ratten an. „Die schauen bei mir schon durch das Terrassenfenster“, so Korzitze. Sie fragt, ob der Graben überhaupt noch gepflegt werde, denn es wachsen schon richtige Bäume und Sträucher. Was Grit Korzitze beklagt, ist in den zurückliegenden Wochen und Monaten immer wieder Thema in den verschiedenen Ausschüssen der Stadtvertretung. Insbesondere, nachdem im vergangenen Jahr der Durchlass von der neuen Schleuse in den Wallgraben untersucht wurde. Im Zuge der „Kamerabefahrung“ hatten man den Durchlass von vielen Kubikmetern Schlamm befreit. Dennoch eine Besserung ist nicht eingetreten. Es fließt kaum Wasser aus der Warnow in den Wallgraben.

Alteingesessene machen dafür die Regulierung des Wassers in der Warnow durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALUMM) mit verantwortlich.

Das alles werde sicherlich heiß diskutiert, wenn Vertreter des StALUMM und des Wasser- und Bodenverbandes Warnow-Beke auf der nächsten Sitzungen des Sanierungs- und des Bauausschusses zugegen sein werden. „Dabei geht es um konkrete Aussagen zu den Fließverhältnissen der Warnow und in den Nebenarmen, einschließlich des Wallgrabens“, so Bützows Bauamtsleiterin Doris Zich. „Im Rahmen des Neubaus des Wehres wurden hier umfangreiche Untersuchungen durchgeführt.“ Die Beratungen sollen am kommenden Dienstag, 3. September, stattfinden.

Stadt und Verband suchen nach gemeinsamer Lösung

Für die Unterhaltung des Wallgrabens sei der Wasser- und Bodenverband verantwortlich. Das bestätigt Verbands-Geschäftsführer Rüdiger Barz, schränkt aber ein: „Nicht aber, wenn es zu Erschwernissen und Mehraufwendungen kommt. Und eine solche Situation haben wir jetzt. Der Zustand ist nicht mehr natürlich.“ Der Grund: Im Wallgraben liege sehr viel Müll, auch von Menschen, die auf dem Wallgraben spazieren gehen. Deshalb würde „sporadisch der Bauhof Müllberäumungen“ durchführen, so Zich. Doch das löse nicht das grundsätzliche Problem. Deshalb gibt es jetzt gemeinsame Planungen der Stadt und des Verbandes, um eine notwendige Entschlammung des Wallgrabens im kommenden Jahr in Angriff zu nehmen. Dafür liegen erste vorsichtige Kosten-Schätzungen bei rund 80 000 Euro. Geld, das nicht nur vom Verband sondern auch hälftig von der Stadt aufgebracht werden muss. Das müsse in beide Haushalten eingeplant und sowohl von den Stadtvertretern als auch der Verbandsversammlung mit getragen werden. Der Wallgraben und der unbefriedigende Zustand spielt auch dahingehend eine Rolle, weil er bei der Diskussion zum zweiten Bauabschnitt der Warnowpromenade mit in den Mittelpunkt rückt. Soll er bis zur Straße geöffnet werden oder nicht, ist eine entscheidende Schlüsselposition dieser Diskussion. Auch deshalb wollen die Stadtvertreter klare Aussagen dazu, ob man wieder mit besseren Wasserverhältnissen im Stadtgraben rechnen könne. Denn nur dann machen weitergehende Überlegungen zum Einbinden des Arals in das Hafenkonzept Sinn.



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