Hobbyimker besucht Freie Grundschule Bröbberow : Was machen Bienen denn im Herbst?

Bienen sind nicht zu unterschätzen:  Damit die Grundschüler nicht gestochen werden, tragen sie einen Imkerhut als Schutz. Moritz Isensee erläutert an einem Bienenrahmen, wie die Bienen ihre Waben bauen.  Nadine Schuldt
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Bienen sind nicht zu unterschätzen: Damit die Grundschüler nicht gestochen werden, tragen sie einen Imkerhut als Schutz. Moritz Isensee erläutert an einem Bienenrahmen, wie die Bienen ihre Waben bauen. Nadine Schuldt

Der Hobbyimker Moritz Isensee besuchte die Freie Grundschule Bröbberow in der Projektwoche "Was summt denn da?". Und die Erstklässler wissen schon ziemlich gut Bescheid.

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20. September 2012, 09:50 Uhr

Bröbberow | Wenn es um Bienen geht, wissen die Erstklässler der Freien Grundschule Bröbberow schon ziemlich gut Bescheid: Als Hobbyimker Moritz Isensee einen Rahmen aus dem Bienenstock, der so genannten Beute, zieht, stehen die Erstklässler in Schutzkleidung gehüllt neben dem Experten.

"Wer weiß, wie die oberste Biene eines Volkes heißt?", fragt der 38-Jährige und schaut auf die Waben auf dem Rahmen. "Das ist die Königin", antwortet Lucie Wölk fast wie aus der Pistole geschossen. Kein Wunder, ist sie doch - genauso wie die anderen 32 Schüler - mit vollem Eifer beim Schulprojekt "Was summt denn da?" dabei. Eine Woche lang wird den Steppkes alles Wissenswerte über Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln von Lehrern, Gästen, aber auch von Katja Burmeister, einer Naturpädagogin des Naturschutzbundes, vermittelt. "Im Herbst ziehen sich die Bienen in ihren Bienenstock zurück und machen es sich dort warm und gemütlich", schildert der Hobbyimker die Aktivitäten der Bienen in der nahenden, kühleren Jahreszeit. Sie halten die Stock-Temperatur etwa auf 30 Grad Celsius, auch die Königin muss es sehr warm haben, fügt er hinzu.

Wissen, das die Schüler auch weiterhin behalten werden. "Für jedes Kind gibt es eine Projektmappe, in der das Thema Biene für die Bereiche Schreiben, Rechnen und Heimatkunde mit den verschiedensten Unterlagen aufbereitet wird. "Anhand des Lebenszyklus’ einer Arbeitsbiene im Sommer sind Rechenaufgaben gestaltet", erläutert Schulleiterin Katharina Drewes.

Während die Erstklässler draußen, im Vorgarten, den Erläuterungen des Hobbyimkers zuhören, können sie im Gebäude ihr Wissen über die summenden Insekten vervollständigen. So werden an einer Station verschiedene Sorten wie Lavendel-, Kastanien- oder Rapshonig verkostet und deren Konsistenz bestimmt, an einer anderen Station können wissenswerte Fakten über die fleißigen Flieger nachgelesen werden.

"Wir haben dieses Mal auch ein Reporterteam, das die anderen Kinder an den Stationen interviewt und die Aktivitäten quasi dokumentiert", erläutert Katharina Drewes. Wie beispielsweise Hannah Krohn. Die Zweitklässlerin testet die verschiedenen Honigsorten und notiert deren Beschaffenheit.

Währenddessen zeigt Hobbyimker Moritz Isensee einer weiteren Kindergruppe einen Rahmen voller Bienen aus seiner Beute. "Es sind kleine fleißige Insekten, die auch noch Honig herstellen", nennt der 38-Jährige die Gründe, weshalb er mit der Imkerei begann.

Der Bandower betreibt das Hobby erst seit drei Jahren, hat sogar eine Förderung vom Landesimkerverband erhalten. Doch 2011 musste er schon einen herben Rückschlag hinnehmen. "Vergangenes Jahr sind mir sieben von acht Völkern ,ertrunken’, weil wegen des vielen Regens bei uns ein Soll über das Ufer getreten ist", erinnert sich Isensee, der beruflich als Bio-Landwirt tätig ist. Von diesem Rückschlag hat sich Isensees Bienenstamm bisher nur bedingt erholt - in diesem Jahr betreute er drei Völker. Verkaufen kann er den Honig aber noch nicht. "Momentan reicht es grade mal für den Eigenbedarf und für die Verwandten", erzählt er. Moritz Isensee macht sich auch noch über eine andere Entwicklung Sorgen. In seinen Augen geht der Bienenbestand im Land immer weiter zurück. Schuld daran seien nicht nur die Monokulturen auf und fehlende Blühstreifen an den Feldern. Auch der Chemikalien-Einsatz hinterlasse seine Spuren. Die Varroa-Milbe macht den summenden Insekten ebenfalls zu schaffen. "Sie setzt sich auf die Biene, beißt sich bei ihr fest und saugt die Lymphe, also das Bienenblut, aus", erläutert Moritz Isensee. Dieser aggressive Parasit schädige auch die Brut, fügt er hinzu. Froh ist er, dass in Mecklenburg-Vorpommern keine genveränderten Pflanzen angebaut werden dürfen. "Solche Bedingungen möchte ich nicht vorfinden, und meine Kunden möchten auch keinen Honig aus genveränderten Pflanzen kaufen", stellt er klar.

Auch die Naturpädagogin Katja Burmeister bedauert den Rückgang der Bienen in Mecklenburg-Vorpommern. "Es gibt einfach keine blütenreichen Landschaften mehr, weil auf dem Land viele Monokulturen angebaut werden", sagt sie. Dennoch: Von der Projektwoche der Grundschule war sie sehr begeistert.

Die Grundschule präsentiert morgen Nachmittag das Projekt. Ab 14 Uhr ist ein Rundgang möglich, um 15 Uhr beginnt das Programm. Wer auch im Unterricht dabei sein möchte, kann sich unter Telefon 03844-8908826 anmelden.

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