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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 02:53 Uhr

Konzert : Was für eine Jürgenshäger Nacht

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Musiker Peter Schmidt aus Berlin überzeugte bei seinem Konzert mit Charme, Witz und Leidenschaft an Rock und Blues

von
erstellt am 10.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Ein Garten mitten in Jürgenshagen wurde am Sonnabendabend zur kleinen Weltbühne. Peter Schmidt hatte dafür Rockklassiker und alte Bluesstücke im Gepäck. Schon am Eingang wurde den Besuchern klar, dass sie kein gewöhnliches Konzert besuchten. Statt Eintrittskarte oder Festivalbändchen gab es einen hübschen Stoffstreifen um das Handgelenk. Ein roter Teppich führte in den einladenden Garten. Hier warteten Bänke, Liegen und Stühle auf die Gäste, die es sich prompt gemütlich machten.

Mit selbstgeschriebenen Songs bestritt Matthes Suckow, der unter dem Künstlernamen Mates auftritt, das Vorprogramm. „Er spielt ruhigere Sachen“, berichtet Stefan Hegermann, dem das Grundstück gehört. So konnten die Gäste in gemütlicher Gartenatmosphäre zur Ruhe kommen, bevor das eigentliche Konzert startete. „Es ist so schön, dass es nicht regnet, es ist sogar windstill“, freute sich Veranstalterin Kerstin Hegermann, die in Bützow das Café Stine betreibt.

Dann schließlich betrat Peter Schmidt die Bühne und zog das Publikum mit Charme und Witzeleien sofort auf seine Seite. „Bützow – da war ich neulich mal, also absichtlich“, begann der Berliner. Vor Jahren sei er versehentlich durch die Warnowstadt gereist. „Eigentlich wollten wir nach Polen“, erzählte der Musiker und brachte die Zuschauer schon vor dem ersten Lied zum Lachen. Mit dem Welthit „Thunder Road“ von Bruce Springsteen begann er das kurzweilige Konzert, das einen spannenden Wechsel von Blues, Rock und Plaudereien aus dem Nähkästchen bot. Unterstützt wurde er dabei von Gitarrist Axel Merseburger – einem früheren Schüler des Musikers. „Wenn wir zusammen spielen, finden wir die meisten Stücke, die wir spielen, auch gut“, scherzte Schmidt.

Das Publikum erfuhr von ihm schließlich auch, dass Eric Burdons „San Francisco Night“ eigentlich „Jürgenshäger Night“ hätte heißen sollen, sei aber durch stille Post verfremdet worden. „Er kommt ja aus der Ecke“, witzelte Peter Schmidt weiter, das Publikum lachte.

Das Duo besang im Laufe des Abends auch einen Zug, der täglich zur gleichen Zeit am selben Ort hielt – heute nicht mehr so selbstverständlich wie vor fast 100 Jahren, stellte Peter Schmidt fest. Und auch zu „The Beer Drinking Woman“ – also die Bier trinkende Frau – von Memphis Slim ließ sich der Sänger und Gitarrist eine passende Geschichte einfallen.

Seit über vier Jahrzehnten steht der Berliner auf der Bühne und weiß, sein Publikum zu unterhalten. Die Musik kam trotz vieler herrlicher Anekdoten aber nicht zu kurz. Und so überzeugten er und Axel Merseburger nicht nur mit Stimmgewalt. Auch mit leidenschaftlichen Gitarrensoli rissen sie das Publikum mit, das begeistert nach jeder Nummer Beifall klatschte. Die Gäste waren sich schon in der Pause einig: Diese Jürgenshäger Nacht verlangt nach einer Wiederholung.

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