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Bützower Zeitung

18. Oktober 2017 | 15:10 Uhr

Landwirtschaft : Warten auf bessere Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Arbeiten durch Kälteeinbruch ausgebremst / Baumgartener Landwirt blickt optimistisch auf die Saison

von
erstellt am 19.Apr.2017 | 21:00 Uhr

Auf den Feldern im Amt Bützow-Land sind zur Zeit wieder die Traktoren unterwegs. Die Landwirte sind gerade dabei, sich auf die Saison vorzubereiten. So auch Jens Lötter und sein Team. „Aktuell sind wir beim Gülle fahren, einarbeiten und Grubbern“, erzählt der Landwirt aus Baumgarten.

In vollem Ausmaß loslegen können die Bauern allerdings noch nicht. Das winterliche Wetter bremst die Arbeiten derzeit noch etwas aus, sagt Jens Lötter. Sorgen bereite ihm das aber nicht. „Diese Kälte ist sicher nicht der Durchschnitt, aber so ganz ungewöhnlich ist ein Kälteeinbruch im April auch nicht.“ Für den Landwirt bedeutet die aktuelle Wetterlage, dass er bei den Bestellarbeiten erst einmal nicht vorankommt. „Beim Mais verzögert sich das jetzt alles. Es geht alles eine Spur langsamer“, sagt Lötter. „Wir warten jetzt darauf, dass die Temperaturen hochgehen. Der Boden muss acht bis zehn Grad haben, damit der Mais keimt.“ Ist es dann soweit, muss alles zügig gehen. „Wir verlieren jetzt Zeit, die müssen wir natürlich auch wieder reinholen.“ Stimmen die Temperaturen, wird der Mais von Lohnunternehmern gelegt – im Zwei-Schicht-System wird dann 24 Stunden durchgearbeitet.

Auf den Getreidefeldern laufen jetzt Pflegearbeiten. „Dort sind wir am Spritzen und Dünger streuen. Das ist noch alles relativ entspannt“, sagt der Landwirt.

Im Hinterkopf hat Jens Lötter immer die Ernte des vergangenen Jahres, die insgesamt eine der schlechtesten seit Jahrzehnten war. Das seien Einbußen in nicht gekanntem Ausmaß gewesen, sagt der Baumgartener. Der Mais sei die einzige Kultur gewesen, die nicht so schlechte Erträge hervorbrachte. „Beim Getreide hatten wir Erträge, die 40 Prozent unter dem Durchschnitt lagen, der Raps war mit 70 Prozent unter dem Schnitt ein Totalschaden“, sagt Lötter.

Angesichts der dadurch entstandenen finanziellen Einbußen ist eine gute Ernte in diesem Jahr unbedingt notwendig. Trotz des Drucks blickt Jens Lötter aber optimistisch auf die Saison: „Im Moment sehen alle Kulturen gut aus. Das Potenzial für eine gute Ernte ist da.“

Die wirtschaftlichen Probleme sind für Lötter allerdings nicht das größte Problem. Er sagt: „Der finanzielle Druck ist natürlich immens, aber für mich persönlich ist das Schlimmste der tägliche öffentliche Spießrutenlauf, dem man als Landwirt ausgesetzt ist.“ Noch nie seien die Landwirte solch strenger Kontrollen ausgesetzt gewesen und doch hagele es immer wieder Kritik an ihrer Arbeitsweise. Zudem mangele es an qualifizierten und durchweg einsatzbereiten Arbeitskräften. Viele Bewerber würden nicht den Anforderungen entsprechen, die die mittlerweile hoch technisierte Arbeit mit sich bringe.

Doch trotz der Kritik am großen Ganzen ist für Lötter klar: „Es ist immer noch der schönste Beruf der Welt.“ Ebenso positiv blickt der Landwirt auf den kommenden Sommer. Im Gepäck hat er auch die passende Bauernregel: „Ist es im April kalt und nass, füllt es dem Bauern Scheuer und Fass.“

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