Mitarbeiter des Ziesendorfer Vertriebslagers fordern höhere Gehälter : Warnstreik vor Coca-Cola-Niederlassung

<strong>Jens Polewey (l.) und Heiko Müller</strong> beteiligten sich gestern Morgen am Streik für Lohnsteigerungen bei der dritten Tarifrunde. <foto>Nadine Schuldt</foto>
Jens Polewey (l.) und Heiko Müller beteiligten sich gestern Morgen am Streik für Lohnsteigerungen bei der dritten Tarifrunde. Nadine Schuldt

Es ist ein erstes Alarmsignal: Gestern sind rund 50 Angestellte des Ziesendorfer Vertriebslagers der Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG in einen zweieinhalbstündigen Streik getreten. Es geht um mehr Geld.

svz.de von
28. Januar 2013, 07:02 Uhr

Ziesendorf | Es ist ein erstes Alarmsignal: Gestern sind rund 50 Angestellte des Ziesendorfer Vertriebslagers der Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG in einen zweieinhalbstündigen Streik getreten. "Das Tarifpaket, das auf drei Jahre geschnürt worden war, ist Ende Dezember ausgelaufen und nun steht ab morgen die dritte Tarifverhandlung an", sagt Christiane Walter, Sekretärin bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die Gewerkschaft hatte an allen bundesdeutschen Standorten des Unternehmens zu Warnstreiks aufgerufen.

Sie will gemeinsam mit den Mitarbeitern vor allem eine deutliche Lohnsteigerung für die Angestellten erreichen und geht mit einer Forderung von sechs Prozent für ein Jahr in die Gespräche. Wir wollen mal wieder einen Reallohn-Gewinn erzielen und das sei mit dem Angebot der Arbeitgeber, nämlich 2,5 Prozent mehr zu zahlen, nicht möglich, erläutert Hermann Badendick, Betriebsratsvorsitzender in Ziesendorf. Bei der zweiten Tarifrunde, also vor etwa drei Jahren, gab es keine Erhöhung, sondern nur einen Inflationsausgleich, sagt Mitarbeiter Jens Polewey. Badendick hat noch andere Sorgen: Der Erfrischungsgetränke-Konzern will künftig bundesweit 450 Stellen von insgesamt 10 000 streichen, wovon auch vier der 60 Arbeitsplätze in Ziesendorf betroffen wären.

Für Manfred Hargarten, Geschäftsleiter für das Verkaufsgebiet Ost, ist eine Schließung der Ziesendorfer Betriebes derzeit nicht geplant. Hargarten sitzt bei der nächsten Tarifrunde mit am Tisch, verweist auf das umfangreiche Paket, dass der Konzern anbietet.

"Wir bieten eine Lohnsteigerung von 2,5 Prozent auf zwei Jahre an und im dritten Jahr zwei Prozent sowie die Erhöhung des Ausbildungsgeldes um monatlich 100 Euro", sagt Hargarten. Zudem werde den Lehrlingen garantiert, nach Abschluss ihrer Ausbildung für ein Jahr übernommen zu werden. Auch über einen höheren Beitrag zur Altersvorsorge wird verhandelt. Flexiblere Arbeitszeiten an sieben die Tagen die Woche sind ebenfalls Teil des Verhandlungspaketes. Heiko Müller sieht das Angebot skeptisch. Er stehe einer Flexibilisierung der Arbeitszeit nicht im Wege, doch sie sollte rechtzeitig angekündigt werden, sagt er.

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