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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 05:58 Uhr

Eickhof : Warnow von Müll befreit

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Touristiker und Kanuanbieter trafen sich mit weitere Helfern zum Anpaddeln und Großreinemachen

von
erstellt am 16.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Freitagnachmittag, 14 Uhr im Naturdorf Eickhof. Leichter Regen setzt ein. Gar kein richtiges Wetter zum Paddeln auf der Warnow. Dennoch starten zehn Frauen und Männer zu einer Tour auf der Warnow.

Wie jedes Jahr treffen sich Touristiker und Kanuanbieter an Warnow, Mildenitz und Bresenitz zum Anpaddeln. Die erste Fahrt auf den Flüssen im Sternberger Seenland dient zugleich einer Standortbestimmung vor Beginn der Saison. „Zum einen wollen wir Müll sammeln. Aber zugleich schauen wir uns auch die Kanustrecken an“, erklärt Brit Abeln vom Naturdorf Eickhof.

Nach einer kurzen Einweisung teil sich die Gruppe auf. Vier Teilnehmer steigen in Eickhof in zwei Kanus und nehmen den Abschnitt bis nach Baumgarten in Angriff. Brit Abeln setzt mit den fünf anderen Frauen und Männern drei Kanus in Klein Raden ein.

In einem Boot nehmen Gudrun und Ernst Schützler aus Qualitz Platz. Sie sind seit vielen Jahren bei diesem besonderen Saisonauftakt mit dabei. Im vergangenen Jahr hatte Ernst Schützler einfache Schmetterlingsnetze mitgenommen, um den Müll im wahrsten Sinne des Wortes einzufangen. Dieses Mal hat er einen Greifarm mit im Gepäck.

Vorsichtige gleiten die Boote links und rechts dicht am Ufer entlang. Die Frauen und Männer haben immer den Blick auf die Böschung und das Gestrüpp. Schon nach wenigen Metern fischt Gudrun Schützler die erste Flasche aus dem Wasser. Ein paar Meter weiter lässt sie sich an Land bringen. Während Ehemann Ernst im Kanu bleibt, sammelt die Qualitzerin weitere Flaschen an der Uferböschung ein. Dann steigt auch sie wieder mit ins Boot. Eine Zeit lang ist nichts zu sehen. Doch Ernst Schützler entdeckt etwas Blaues im Morast. Eine Getränkekiste, die schon eng mit Wurzelwerk verschlungen ist. Es bedarf einiger Anstrengungen, die Kiste an Bord zu holen. Doch dann ist es geschafft. Keine 100 Meter weiter, auf der anderen Seite der Warnow, taucht bereits die nächste blaue Getränkekiste auf.

„Diesmal ist es aber nicht so viel Müll, wie im vergangenen Jahr“, meint Gudrun Schützler. Die Qualitzer erlebten schon einiges auf diesen Touren. „Wir haben sogar schon mal ein Fahrrad herausgeholt“, erzählt Ernst Schützler. Warum sie das machen? „Man ist mit tollen Menschen zusammen und es ist ja auch für eine gute Sache“, sagen beide unisono. Da stört es dann auch nicht, dass mittlerweile der Niesel- in ein Dauerregen übergegangen ist.

Der Müll stamme nicht unbedingt von Umweltsündern, sondern vor allem sind es Sachen, die Touristen bei ihren Paddeltouren verlieren, sagt Brit Abeln. Denn wenn Boote kentern, werde schon manches weggetrieben, was mit im Boot war. „Natürlich wirft mancher auch den Müll bewusst weg“, so Ernst Schützler. Und all diese Sachen verfangen sich dann am Ufer oder in umgestürzten Bäumen, die ab und an in der Warnow liegen. Und die sorgen dafür, dass die Wasserwanderer bei ihren Touren immer aufmerksam sein müssen, um nicht mit dem Boot umzukippen.

Das gilt auch an diesem Tag für die Teilnehmer der Müllsammeltour. Denn sobald sich einer der Bootsinsassen seitlich bewegt, um etwas aus dem Wasser zu holen, muss der andere Schwankungen ausgleichen. Bis 100 Meter vor Eickhof, dem Ziel, geht auch alles gut. Doch dann müssen die Schützlers unter einen Baum hindurch. Das Kanu bekommt Schlagseite und kippt. Die anderen eilen zur Hilfe, holen Mensch, Boot und den bereits eingesammelt Müll ans rettende Ufer.

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