Regenmassen : Warnow und Beke laufen einfach voll

Hier in der Wohn- und Feriensiedlung am Bützower See sind viele Flächen überschwemmt.  Fotos: Ralf Badenschier
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Hier in der Wohn- und Feriensiedlung am Bützower See sind viele Flächen überschwemmt. Fotos: Ralf Badenschier

Anhaltende Regenperioden sorgen für viel Wasser an den Flüssen in Bützow, Schwaan und der Region. Wehr in Rostock wird automatisch geöffnet

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10. Januar 2018, 21:00 Uhr

Seitdem der Bützower Hafen neu gestaltet ist, stand das Wasser noch nie so hoch, wie in diesen Tagen. Auch am Unterpegel am Umflutkanal in der Bahnhofstraße droht die Warnow über die Ufer zu treten. Eine Entspannung ist auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Die Ursache ist die fast durchgängige Regenperiode, die laut Dr. Ricarda Börner vom Staatlichem Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu) nun schon seit Mitte vergangenen Jahres anhält. „Der Juni war sehr stark, der Juli und August ein bisschen verhaltener, im Oktober war es dann ganz extrem. Da hatten wir 300 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für einen Oktober“, sagt Börner. Und auch jetzt, in der zweiten Woche des Jahres ist das langjährige Monatsmittel in der hiesigen Region von um die 45 Millimeter je Quadratmeter schon wieder mit knapp 70 Prozent erreicht.

Das alles mache sich natürlich auf die Wasserstände von Warnow und Nebel sowie Beke in Bützow und Schwaan bemerkbar. Am Unterpegel der Warnow zum Beispiel beträgt der „Mittlere höchste Wasserstand“ (MHW), also der Wert aus der Summe des jeweils im Januar gemessenen höchsten Wasserstandes seit der Datenerfassung, bei 600. Der Pegel stand gestern früh bei 622 und hatte am 7. Januar mit 638 den bisherigen höchsten Stand in dieser Witterungsperiode erreicht. Der Pegel in der Nebel in Wolken stand gestern bei 628 (MHW: 624). In der Beke in Schwaan stand der Pegel gestern bei 554. Dort beträgt der Mittlere Höchstwasserwert 577, der ebenfalls am 6. Januar mit 580 überschritten war.

Deutlich gestiegen sind auch die Durchflussmengen an Warnow, Nebel und Beke. Liegt zum Beispiel an der Beke in Schwaan dieser Wert im Januar-Durchschnitt bei 7,72 Kubikmeter je Sekunde, lag er in der Vorwoche zum Beispiel bei 9,07 Kubikmeter. Es fließt also deutlich mehr Wasser ab. Das reicht aber nicht, um in den Flüssen eine deutliche Entspannung zu erreichen, denn die Böden seien voll und von dort fließe immer wieder Wasser nach, erklärt Ricarda Börner. Hinzu kämen weitere Niederschläge.

Dass die hohen Wasserstände in Bützow auch damit zusammenhängen, dass das Wehr in Rostock nicht geöffnete wird, widerspricht Börner. Diese Vermutung sprach eine Bützowerin gegenüber der Bützower Zeitung aus. „Sobald es das Außenwasser zulässt, wird das Wehr automatisch geöffnet“, versichert Börner.

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