zur Navigation springen
Bützower Zeitung

20. Oktober 2017 | 09:15 Uhr

Bützow : Warnow braucht alten Lauf zurück

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Klaus Warning fordert Renaturierung des Wasserlaufes in Bützow / Wasserqualität leidet seit Jahren durch parallele Führung

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 19:33 Uhr

Zwei parallel bestehende Warnow-Verläufe? Unsinn, findet SVZ-Leser Klaus Warning. Denn die Gleichung geht nicht auf, wie erhofft. Die begradigte Warnow-Führung sollte die Fließgeschwindigkeit erhöhen und so das Hochwasserproblem in Bützow lösen. Da alter und neuer Verlauf aber noch immer parallel  bestehen, teilt sich der Wasserstrom auf und wird langsamer. Klaus Warning fordert die Renaturierung des Flusses und reagiert damit auf den Artikel „Neues Flussbett für die Recknitz“  vom 29. Januar. 

Die Nebel wurde 2013 wiederhergestellt und hat im Bereich von Parum bis Bützow wieder den früheren Lauf erhalten. Auch die Recknitz wird, wie andere Flüsse zuvor,  in einer umfangreichen Maßnahme renaturiert (SVZ berichtete).  „Nur einer, und das auch noch einer der längsten und bekanntesten Flüsse in der Region, wartet, dass man ihm ein Stück seines alten Laufes zurückgibt, damit er es nicht mit einer Anfang der 1970er Jahre errichteten Begradigung teilen muss.“

Wasserqualität leidet

Anfang der 1970er wurde  am ehemaligen Schlachthof ein Wehr errichtet. Hinzu kamen der Ablauf hinter dem Wehr Richtung Nebel bzw.  Güstrow-Bützow-Kanal und eine Flußbegradigung im Bereich der Fritz-Reuter-Allee.

„Die Gefahr war aber nicht gebannt, wir Pächter und auch die Bauern die dort ihre Wiesen hatten, hatten weiterhin mit dem Hochwasser zu kämpfen“, berichtet Warning. Denn die alte Warnow-Führung blieb parallel zur neuen bestehen und „als es dann fertig war, wurde die Wasserqualität immer schlechter.“

Seither sei der Wasserstand im Sommer soweit gesunken, dass die Warnow und der Durchstich teilweise nur noch 50 bis 80 Zentimeter Wasser führen. „Die Sedimente werden nicht weggespült“, so Warning. Die geringe Fließgeschwindigkeit reiche nicht, um an der dicken Schlammschicht am Grund zu rühren. 

 „Im Sommer ist der Krautbewuchs so stark, dass sich die zahlreichen Wasserwanderer, die unsere Stadt besuchen wollen, dort hindurch quälen müssen“, weiß Warning. Die Fischvielfalt sei in den Jahren ebenfalls spürbar zurückgegangen.

Zwei Warnow-Führungen parallel schadeten dem Bereich mehr, als sie nützten. „Beide Verläufe fließen um die Wette“, sei weder alte noch neue Führung dominant. Klaus Warning fordert, dass etwas passiert. „Der richtige Weg ist, die Warnow auszubuddeln, aber das ist eine Illusion.“ Deshalb müsse der  Doppellauf entfernt und die Warnow an gleicher Stelle renaturiert werden.

Begradigung prüfen

Damit würde sich womöglich auch ein anderes Problem erübrigen:    Die im Zuge des Durchstichs errichtete Betonbrücke befindet sich in keinem guten Zustand.  „Um sich den Neubau einer Brücke zu ersparen und wieder eine höhere Wasserqualität und Durchflussgeschwindigkeit zu erreichen, sollte man den Rückbau der Begradigung prüfen, die gute alte Warnow wird es uns danken“, sagt  Klaus Warning.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen