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Bützower Zeitung

17. November 2017 | 18:56 Uhr

Bützow : „Wandlungen“ im Krummen Haus

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Neue Sonderausstellung im Bützower Museum mit Druckgrafiken von Manfried Scheithauer wird morgen Abend eröffnet

von
erstellt am 10.Okt.2017 | 09:00 Uhr

„Das Zeichnen ist die absolute Grundlage für alles. Egal ob man Druckgrafiken, Aquarelle oder Ölgemälde anfertigt“, sagt Manfried Scheithauer. Morgen eröffnet der 81-Jährige eine neue Sonderausstellung im Krummen Haus in Bützow. Rund 30 Arbeiten des Güstrowers sind dann bis 22. Dezember dort zu sehen.

„Verwandlung“ heißt eines seiner Werke. Es zeigt einen Baum oder besser gesagt das, was von ihm übriggeblieben ist. Und es ist sogar zweimal zu sehen. Einmal als Kohlezeichnung und dann als klassischer Holzschnitt. „Verwandlung“ ist auch der Titel der Ausstellung. Alles, was Manfried Scheithauer in seinen Arbeiten widerspiegelt, ist die „bewusste Aufnahme der realen Welt“, wie er sagt. Wenn er unterwegs ist, habe er immer einen Skizzenblock mit dabei. Die Zeichnungen, die vor Ort entstehen, sind dann die Grundlage für seine Holzschnitte.

Er habe schon immer gezeichnet, sagt Manfried Scheithauer, der 1936 im Tschechischen Freiwaldau das Licht der Welt erblickte. Nach der Aussiedlung 1945 führte ihn sein Weg zunächst in den Kreis Brandenburger Land. Er lernte Werkzeugmacher, begann dann ein Studium am Institut für Berufsschullehrer in Schwerin. Das war in den Jahren 1953 bis 1956. „Dort lernte ich auch meine Frau kennen“, so Manfried Scheithauer. Zehn Jahre später, 1965, folgte der Umzug vom Brandenburgischen ins mecklenburgische Mühlengeez. Ein bedeutendes Jahr auch für den Künstler Manfried Scheithauer, wie er selbst sagt. Auch wenn er schon als Zeichenlehrer tätig war, so bekam er zum ersten Mal professionellen Zugang zur Kunst. Er nahm regelmäßig an Seminaren und Treffen mit dem 2009 verstorbenen Grafiker Karlheinz Effenberger in Schwerin teil. „Wir waren später als Grafikgruppe Schwerin bekannt“, so Scheithauer, der seit 2013 mit seiner Frau Gisela in Güstrow lebt.

Bis 1987 war der Lehrer in Prüzen tätig, dann wurde er stellvertretender Direktor der Barlachgedenkstätten. Nach der Wende, 1992, kam das Aus. „Der Schmerz wird nie vergehen“, blickt Manfried Scheithauer 25 Jahre zurück. Doch die Barlach-Stiftung habe es noch nicht gegeben, und so musste Personal abgebaut werden. „Ich war der älteste“, erinnert sich Manfried Scheithauer an diese Zeit, der er aber auch etwas Gutes abgewinnen kann. „Ich hatte unendlich mehr Zeit für mich.“ Und er meint damit natürlich auch für die Kunst. So fährt er bereits seit 23 Jahren, immer Ende Oktober, zu einer Arbeitswoche auf die Insel Rügen. Dort trifft er sich mit Künstlerkollegen und holt sich neue Anregungen für seine Arbeit.

Im Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens stehen die Druckgrafiken. Dabei setzt er auf den klassischen Holzschnitt, arbeitet aber ebenso gerne mit der Holzrisstechnik. Während beim Holzschnitt zum Beispiel Rundeisen und Hohleisen verwendet werden, um Konturen in das Material zu bringen, werden bei der Holzrisstechnik die Werkzeuge feiner, es werden Bilder ins Material gezeichnet. Zum Beispiel bearbeitet Manfried Scheithauer Spanplatten aus dem Baumarkt mit den verschiedenen Bohrern, die früher von einem Zahnarzt verwendet wurden. „Dann kreischt es im ganzen Haus“, erzählt Ehefrau Gisela Scheithauer und lacht.

Übrigens war Manfried Scheithauer im März 2000 der erste Künstler, der seine Werke im neuen Krummen Haus zeigte. Eine farbige Druckgrafik , die er dem Haus zur Einweihung schenkte, hängt dort noch immer.

Die neue Ausstellung wird morgen um 19 Uhr eröffnet.


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