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Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 21:06 Uhr

Bützow : Wahlkrimi im Amtsausschuss

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Drei Wahlgänge waren nötig, um Amtsvorsteher Eckhard Krüger wieder ins Amt zu hieven / Er war offenbar Wunschkandidat vieler

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 13:44 Uhr

Zu einem wahren Krimi wurde Donnerstagabend im Rathaus die Wahl des neuen Amtsvorstehers für das Amt Bützow-Land. Was auf den ersten Blick ganz einfach schien, entwickelte sich zu einer regelrechten Schlacht um den ersten Platz in dem Gremium, in dem alle elf Gemeinden des Amtes vertreten sind und in dem so manche Weiche für die Geschicke der Gemeinden gestellt wird.

Zehn Jahre lang war Eckhard Krüger aus Rühn Amtsvorsteher gewesen. Doch war er diesmal nicht von seiner Gemeindevertretung für den neuen Amtsausschuss vorgeschlagen worden. Deshalb saß er erstmal nicht mit am „Runden Tisch“, sondern als einziger „Gast“, gewissermaßen in Bereitschaft, auf einem Besucherstuhl.

Nun nahm die Wahl ihren Lauf: Wobei dafür folgende Spielregeln galten: Als Vorsteher des Ausschusses konnte nur ein Mitglied aus dem Ausschuss selbst gewählt werden. Als gewählt galt, wer die „qualifizierte Mehrheit“ aller Stimmberechtigten bekam. Bei 20 Ausschussmitgliedern hätte er also mindestens elf Stimmen erhalten müssen.

Das aber gelang auch nach zwei Wahlgängen keinem der beiden vorgeschlagenen Kandidaten Astrid Peters, Bürgermeisterin in Baumgarten, und Ingo Sanders, Bürgermeister von Tarnow. Vor aller Augen aber musste sich keiner in der Runde dazu bekennen, wem er seine Stimme gab. Denn Elfriede Schmidt aus Jürgenshagen hatte geheime Wahl beantragt. Da also alle einzeln aufgerufen wurden und ihre Stimmzettel erhielten, wurde es zweimal ein bewegtes „Rennen“ zur Wahlurne.

Mit dem Ergebnis: keiner der beiden hatte über zehn Stimmen. Also wurde nach einer Beratungspause abgestimmt, ob die Wahl vertagt oder ein dritter Wahlgang stattfinden sollte. Entscheidung: dritter Wahlgang.

Für diesen aber galt nun eine neue Regel: Es konnten auch Personen von außerhalb, praktisch jedermann, als Kandidat für den Posten kandieren. Also auch Eckhard Krüger, der ja sogar anwesend war. Er wurde von Gunter Brietzke, Bürgermeister von Dreetz, für das Amt vorgeschlagen. Die Tarnowerin Thaila Pahl-Prignitz schlug erneut Bürgermeister Ingo Sander vor.

Dann ging die Entscheidung ganz schnell und fiel eindeutig aus: Eckhard Krüger (parteilos) erhielt 12 Ja-Stimmen, Ingo Sander (parteilos, aber CDU-nah) „nur “ acht. „Damit ist der alte Amtsausschussvorsitzende Eckhard Krüger wiedergewählt worden“, konnte Amtspräsident und Versammlungsleiter Siegfried Hoffmann, verkünden. Es war also geschafft, Beifall brandete auf.

Aber einige murrten auch und sprachen hinter vorgehaltener Hand von einem „abgekarteten Spiel“. Warum dies? Das bleibt offen. Klar wurde nur, dass Eckhard Krüger offenbar der Wunschkandidat der meisten war. Dieser waltetet dann auch gleich seines alten, neuen Amtes bei der Wahl seiner beiden Stellvertreter.

Dies wurden Alfred Matzmohr (CDU) und Astrid Peters (SPD).

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