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Landwirt Eckhard Meiners baut in Horst ein Blockheizkraftwerk : Wärme für Haushalte vom Bauernhof

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Ein Landwirt muss sich heute in der Energiewirtschaft genauso gut auskennen wie in der Vieh- und Ackerwirtschaft. Biogas ist das Zauberwort, dem sich kein mehr Bauer entziehen kann, will er auf der Höhe der Zeit sein.

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erstellt am 20.Apr.2013 | 04:02 Uhr

Horst | Ein Landwirt muss sich heute in der Energiewirtschaft genauso gut auskennen wie in der Vieh- und Ackerwirtschaft. Biogas ist das große Zauberwort, dem sich kaum noch ein Bauer entziehen kann, will er auf der Höhe der Zeit und wirtschaftlich sein.

Das ist auch bei Eckhard Meiners in Horst nicht anders. Mit seinen 15 Mitarbeitern hat er täglich an die 550 Kühe plus Nachzucht zu versorgen und rund 600 Hektar Land zu bewirtschaften. Daneben spielt der Betrieb von regenerativen Energieanlagen eine große Rolle für den Landwirt.

Erst vor drei Jahren hat Meiners eine Biogasanlage auf seinem Hof errichtet, jetzt bereitet er alles dafür vor, einen Großteil des Ortes Horst mit Wärme aus dieser Anlage zu beliefern. Dazu hat Eckhard Meiners ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in Horst gebaut, in dem das Gas aus der Biogasanlage in Strom und Wärme umgewandelt wird. Es ist fast fertig. "Daraus wollen wir die Haushalte in Horst mit Wärme versorgen", sagt Meiners. Der anfallende Strom werde ins öffentliche Netz eingespeist.

Zurzeit sei man dabei, mit den Hauseigentümern Verträge über die Lieferung der "Fernwärme", die ganz aus der Nähe kommt, abzuschließen. "Etwa 60 Prozent der Einwohner haben bisher ihr Interesse daran bekundet, von uns die Wärme für ihr Haus zu beziehen", sagt Meiners. Finanziell lohne sich dies für die Einwohner auf jeden Fall, so Meiners. "Wir sind billiger als Erdgas", sagt er. "Außerdem brauchen die Bewohner dann keine Feuerungsstelle in ihren Häusern vorhalten", auch dadurch könne man sparen.

Um von der Biogasanlage auf dem Meinerschen Hof aus die Horster Haushalte zu erreichen, wurden rund 800 Meter Gasleitung in drei Metern Tiefe quer über den Acker verlegt. Als nächstes werden 710 Meter Heizungsleitungen vom Blockheizkraftwerk bis an die einzelnen Häuser heran gelegt.

Das Energieministerium Mecklenburg-Vorpommern fördert den Bau des BHKW und des dazugehörigen Wärme- netzes mit fast 123 000 Euro. Was beim BHKW 20 Prozent und bei den Leitungen 30 Prozent der gesamten Investitionssumme ausmacht. In dem Blockheizkraftwerk in Horst sollen eine elektrische Leistung von rund 250 Kilowatt und eine thermische Leistung von 260 Kilowatt produziert werden.

Die überschüssige Wärmeenergie, die vor allem im Sommer nicht in den Haushalten benötigt wird, wird zur Hack schnitzeltrocknung in einer Halle neben dem Blockheizkraftwerk benutzt.

Produziert wird das Gas in der Biogasanlage auf dem Meinerschen Hof aus Gülle und Mist aus den eigenen Ställen sowie aus Futterresten, Gras und Mais aus der eigenen Produktion.

Entwickelt wurde das BHKW in Horst von der Landgesellschaft Mecklenburg/Vorpommern, die auch die Fördermittel vom Land einwarb. "Gute Arbeit", lobt der Landwirt seine Helfer.

Kaum ist das eine Projekt im wesentlichen "in trockenen Tüchern", hat Eckhard Meiners schon wieder weitere Pläne. "Wir bauen jetzt noch einen neuen Stall für 300 Kühe", sagt er.

Daneben fordern natürlich auch die üblichen Frühjahrsarbeiten, die jetzt anstehen, ihr Recht. Dass in diesem Jahr alles etwas später in Gang kommt, ist aus Sicht des Horster Landwirts "nicht so schlimm, weil wir jetzt nur noch Mais anzubauen haben." Zuckerrüben habe er ja nicht, so Meiners.

"Wir hätten aber gut und gerne schon vor 14 Tagen anfangen können", sagt er. "Wir versuchen jetzt, die verlorene Zeit durch eine gute Mannschaft wieder reinzuholen."

Zurzeit fahren die Männer vom Meinerschen Hof Gülle auf die Äcker, außerdem wird der Boden gegrubbert und geeggt. Ab nächste Woche kommt dann der erste Mais in den Boden.

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