Bützow : Vorzeigeprojekt wird zum Kraftakt

Die Außenanlagen der Regionalen Schule mit Grundschule in Bernitt sollen noch in diesem Jahr neu gestaltet werden.   Grafik: Adolphi-Rose Landschaftsarchitekten; Kahlenberg bei Wismar
Die Außenanlagen der Regionalen Schule mit Grundschule in Bernitt sollen noch in diesem Jahr neu gestaltet werden.

Die Neugestaltung der Außenanlagen der Bernitter Schule sollen noch dieses Jahr realisiert werden. Eigenanteil vervielfacht sich

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14. Januar 2016, 08:00 Uhr

Die Grünflächen rund um die Regionale Schule mit Grundschule in Bernitt sollen komplett überarbeitet werden. Einen ersten Entwurf, wie beispielsweise der Spielbereich oder Rückzugsorte gestaltet werden könnten, gibt es bereits. Bisher galt es jedoch, die finanzielle Hürde zu nehmen.

Im vergangenen Jahr hatte sich das Amt für Zuschüsse beworben. Im Leader-Programm zur Entwicklung ländlicher Räume wurde das Schulprojekt nicht berücksichtigt, Gelder gibt es aber nun vom Landkreis. Im Dezember kam der Zuwendungsbescheid. Aus dem Fördertopf zur Dorferneuerung kann das Amt Bützow-Land nun mit Zuwendungen rechnen. Die maximale Förderung von 75 Prozent erreichte das Projekt jedoch nicht, stattdessen gibt es 65 Prozent. Begründung für diese Einstufung sei, dass die Maßnahmen selbst kein Leitprojekt seien, fasste Amtsleiterin Antje Laabs gestern zusammen in einer Sitzung der Bürgermeister der Gemeinden Klein Belitz, Penzin und Jürgenshagen, die als Träger an der Amtsschule beteiligt sind, sowie des Amtsvorstehers Eckhard Krüger und Birigt Czarschka, Bürgermeisterin der Schul-Standortgemeinde Bernitt, und Schulleiter Mirko Murk. „Das bedeutet, dass wir viel mehr Eigenanteil aufbringen müssen“, so Laabs.

Denn in den Vorverhandlungen war fest mit der Leader-Förderung gerechnet worden, die 90 Prozent der Kosten getragen hätte. Das Amt hätte dann noch 35 000 Euro beisteuern müssen. Der Eigenanteil stieg nun aber von zehn Prozent auf insgesamt 35 Prozent an.

Konkret steht eine geschätzte Summe von insgesamt 350 000 Euro im Raum. Dafür sollen die gesamten Grünflächen der Schule nach einem modernen Konzept umgestaltet werden. Statt der beantragten 262 200 Euro (75 Prozent) Fördersumme, erhält das Amt nun laut Bewilligungsbescheid 227 200 Euro. Der Eigenanteil steigt also noch einmal um 35 000 Euro und beträgt insgesamt etwa 122 800 Euro.

Chance trotz Kosten nicht entgehen lassen

Amtsvorsteher Eckhard Krüger wollte sich mit der Begründung für die geringere Fördersumme des Landkreises nicht zufrieden geben. „Ich finde, gerade das ist ein Leitprojekt für ländliche Schulen“, erklärte er. Ein vergleichbares Projekt kenne er nicht und regte an, den Sachverhalt nochmals zu klären. Gemeinsam mit Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka und der Amtsleiterin wolle er sich dazu an den Landkreis wenden.

Einig waren sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, dass sie diese Gelegenheit dennoch nicht verstreichen lassen möchten. „Wer weiß, wann wir wieder so eine Chance bekommen“, so Birgit Czarschka.

Doch wie sollen Mittel aufgetrieben werden? „Die Differenz haben wir im Haushalt nicht drin“, erklärte Birgit Czarschka.

Über verschiedene Eigenleistungen habe die Gemeinde gemeinsam mit der Schule versucht, die Kosten zu drücken. Bei Aufräumaktionen wurden deshalb beispielsweise gezielt die Grünflächen freigeräumt.

Die Bürgermeisterin will sich verstärkt bemühen, von weiteren Fördertöpfen zu profitieren und: „Wir müssen zusehen, dass wir Spenden einwerben. Das passt in das Thema 60 Jahre Schule Bernitt“, so Czarschka weiter. Sie wolle Gewerbetreibende in den betreffenden Gemeinden ins Boot holen und ihnen das Projekt umfassend vorstellen.

Ein Termin für eine entsprechende Veranstaltung wurde gestern direkt festgelegt. Nach den Osterferien, am 14. April, bekommen potentielle Sponsoren einen Einblick in das Großprojekt. Schulleiter Mirko Murk wollte diesbezüglich Schüler und Eltern stärker einbinden.

Bis Jahresende soll alles fertig sein

Zielstellung sei es, den Bau innerhalb eines Jahres zu realisieren. „Am 31. Oktober müsste man spätestens fertig sein“, führte Laabs aus. Dann steht die Abrechnung mit dem Landkreis an. Das Amt hat also wenig Zeit zu verlieren, um Planung und Finanzierung voranzutreiben.

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