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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 08:42 Uhr

Bützow : Von O bis O – oder?

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die „Volksweisheit“ in den Köpfen der Menschen über die Zeit, wann Winterreifen ans Auto gehören, stimmt nicht ganz

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 10:00 Uhr

Von O(ktober) bis O(stern) – diese „Volksweisheit“ kennt vermutlich jeder. Sie beschreibt einen Zeitraum, in dem Winterreifen aufgezogen werden müssen. Aber stimmt dieser Satz überhaupt, der so vielen Autofahrern im Kopf umher schwirrt?

Nachgefragt bei Gert Frahm – der Pressesprecher der Polizeiinspektion Bützow klärt auf: Er verweist auf Paragraph 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung. Da die Gesetzeslage aber in kompliziertem Behördendeutsch, mit Querverweisen und einigen Nebensätzen, verfasst ist, vereinfacht es Gert Frahm. „Man könnte in tiefsten Winterzeiten mit Sommerreifen fahren. Wenn einen dann aber das Glatteis überrascht, schlägt die Härte des Gesetzes zu“, sagt der Polizeisprecher. Er betont, dass „von O bis O von Gesetzes wegen her nicht die goldene Regel ist“. Das Gesetz beziehe sich nicht auf einen bestimmten Monat, es beziehe sich auf die Wetterlage. Das bedeutet im Umkehrschluss – auch wenn es unrealistisch ist –, würden Mitte Juli plötzlich Minusgrade herrschen, müssten sich Autofahrer auch der Wetterlage anpassen und für die entsprechende Bereifung sorgen.

Viele wissen das nicht und halten „von O bis O“ als inoffizielles Gesetz. Das wirkt sich auch auf die Werkstätten der Region aus, die momentan alle Hände voll mit Reifenwechseln zu tun haben. Im Oktober und im April sei seine Werkstatt hauptsächlich mit dem Wechsel der Reifen beschäftigt, sagt Karsten Krüger. Auf gut Glück, mit Winterreifen im Kofferraum und dem Anliegen, diese gleich aufgezogen zu bekommen, müsse dieser Tage niemand zu ihm kommen. „Wir sind gut ausgelastet und haben etwa zwei Wochen Vorlauf.“ Ohne Termin gehe momentan gar nichts – zumal eine Werkstatt auch nicht nur Reifen wechselt. Er kennt Kollegen anderer Werkstätten, die extra Tage einführen, an denen einzig und allein Reifen gewechselt werden.

„Von O bis O ist bei den meisten gängig“, sagt Karsten Krüger. Das gehe auch seinen Kunden so. Viele würden aber auch erst viel zu spät daran denken, ihre „Winterschuhe“ am Wagen anzubringen. „Wenn die ersten Schneeflocken fallen, dann fällt es den meisten ein“, sagt der Werkstattchef. Um dem vorzubeugen, benachrichtigt er seine Kunden rechtzeitig mit einer Erinnerung. Und viele, die dann zum Reifenwechsel kommen, würden den Werkstattbesuch mit einem Wintercheck oder einer Durchsicht verbinden. Spätestens beim zweiten O, also Ostern, kommen viele wieder für die entsprechende Sommerbereifung – auch wenn die Regel gar nicht stimmt.

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