Zepelin : Von Langeweile keine Spur

Die Zepeliner Plattdütsch Runn ist fester Bestandteil in den Kalendern der Gemeinde. Die Plattschnacker unternehmen sogar Ausflüge, wie hier im Sommer zum Forst- und Köhlerhof in Wiethagen.
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Die Zepeliner Plattdütsch Runn ist fester Bestandteil in den Kalendern der Gemeinde. Die Plattschnacker unternehmen sogar Ausflüge, wie hier im Sommer zum Forst- und Köhlerhof in Wiethagen.

Mit 62 von 100 möglichen Punkten wird der Gemeinde Zepelin eine Zukunftsfähigkeit attestiert / Bürgermeister lobt kulturelles Miteinander

svz.de von
27. Dezember 2017, 06:00 Uhr

Zepelin ist für die Zukunft gewappnet. Das zumindest ergab die Selbsteinschätzung, die Zepelin laut des Gemeindeleitbildgesetztes noch durchzuführen hatte. 62 von 100 möglichen Punkten erhielt die Gemeinde. Besonders gut weg kam das gesellschaftliche Leben.

Allein sieben Punkte wurden für sogenannte „freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben“ attestiert. Dazu zählen Kulturangebote, auch für Senioren, Kinder und Jugendliche. Bürgermeister Hans Liesegang ist von den Angeboten überzeugt, die Oettelin und Zepelin zu bieten haben. Während früher noch Volkssolidarität und Feuerwehr für Leben sorgten, ist es heute der Kultur- und Sportverein. Laut Liesegang gibt es vier feste Veranstaltungen jede Woche, die für jedermann öffentlich seien. „Ich finde, für eine Gemeinde mit nicht einmal 500 Einwohnern ist das eine gute Sache.“ Und wenn in Zepelin auf dem Sportplatz die Freizeitkicker spielen, mache sich jeder dorthin auf den Weg, der noch laufen kann, so der Bürgermeister. Und für Kinder finden jeden Montag Aktivitäten wie backen, basteln und Co. statt. „Die Kinder sind jeden Montag bis 18 Uhr eingespannt.“

Wo die Gemeinde hingegen kaum Punkte erzielte, das ist die Infrastruktur. Zumindest die gewerbliche, die in der Selbsteinschätzung mit „Begegnungsstätten“ überschrieben sind. Gemeint sind damit Bäcker, Friseure, Geschäfte, Gaststätten, Arztpraxen etc. „Das gibt es nicht mehr so, leider“, sagt Hans Liesegang. Für die Zukunft hofft der Bürgermeister aber auf Poppe Gerken, der der Gemeinde weiteres Leben einhauchen könnte. Nach eigenen Angaben liege Liesegang dem Unternehmer und Landwirt „ständig in den Ohren“. Wenn die Pläne in die Tat umgesetzt werden, könnten die Menschen bei Poppe Gerken Kaffee trinken, Eis essen oder mal ein Bierchen trinken. Das würde einen weiteren öffentlichen Raum neben dem Gemeindezentrum schaffen, jedoch unabhängig von der Gemeinde.

Die bauliche Situation hingegen beschert Zepelin vier von vier Punkte. So profitiere Oettelin beispielsweise von Zuzügen aus der Hansestadt, erklärt Liesegang. Grund dafür seien die hohen Preise in und um Rostock. Auch Leerstand sei in der Gemeinde kaum ein Thema. „Hier steht nichts lange leer“, sagt der Bürgermeister. Weiteren Grund zur Freude macht der „gute Altersdurchschnitt“. Dieser könnte laut Liesegang jedoch noch deutlich besser sein. Einige junge Paare habe es gegeben, die in Zepelin bauen wollten. Doch dort gibt es keinen Platz mehr, nur in Oettelin, was jedoch nicht ganz so gefragt ist. Es sei äußerst bitter, wenn man junge Paare ziehen lassen müsse, bedauert Liesegang. Denn in der Regel seien sowohl Mann als auch Frau berufstätig und bei den Schlüsselzuweisungen zählt auch der Nachwuchs.

Obwohl der Gemeinde Zepelin mit 62 Punkten eine Zukunftsfähigkeit attestiert wird, steht Bürgermeister Liesegang der gesetzlich vorgeschriebenen Selbsteinschätzung eher kritisch gegenüber. „Das ist für mich Unsinn. Die Zukunftsfähigkeit wird mit finanziellen Mitteln entschieden“, sagt Hans Liesegang. Als Gemeinde, in der sich gleich zwei Bahnübergänge befinden, sei man ohnehin gebeutelt. Denn ein Drittel der Kosten an Bahnübergängen hat die Gemeinde zu tragen. Dennoch findet Hans Liesegang abschließend positive Worte, die nicht zuletzt auch auf der Selbsteinschätzung fußen. „Ich bin optimistisch, was unsere Gemeinde angeht.“

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