Rühn : Von der „Ruine“ zum Oldtimer

Zünftig gekleidet: Bodo Müller (53) und die Tochter seiner Lebensgefährtin Johanna Schulz (19) aus Rostock-Elmenhorst fahren einen Ford Modell A Baujahr.  Fotos: Kerstin Erz
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Zünftig gekleidet: Bodo Müller (53) und die Tochter seiner Lebensgefährtin Johanna Schulz (19) aus Rostock-Elmenhorst fahren einen Ford Modell A Baujahr. Fotos: Kerstin Erz

Etwa 100 historische Fahrzeuge auf der 14. Herbstlichen Landpartie.

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23. September 2019, 12:00 Uhr

„Und hier haben wir einen BMW DA 4, Baujahr 1930 mit 15 PS. Die Beiden sind bereits seit vielen Jahren dabei. Wir wünschen Euch eine gute Fahrt!“ Mit wenigen Worten schickt der Veranstalter der 14. Herbstlichen Landpartie, Matthias Röse, einen Oldtimer nach dem anderen durch das Startertor auf eine Landpartie-Runde durch die Region um Bützow und Warin.
Etwa 100 Pkw und Motorräder, Oldtimer der Baujahre 1927 bis in die 70er- und 80er-Jahre, kamen auf Einladung des Bützower Oldtimerfreunds Matthias Röse und seinem Team zum 14. Mal zur Herbstlichen Landpartie.

Sonst immer in Bützow am Schloss, diesmal wegen Bauarbeiten im Kloster Rühn. „Das war eine gute Entscheidung, dass wir nicht an den Bützower Hafen ausgewichen sind. Da hätten wir Platzprobleme bekommen“, so Matthias Röse. Und der Innenhof des Klosters Rühn, der im Frühjahr bereits Veranstaltungsort für das kleinere DKW-Treffen war, zeigte sich erneut als wundervolles Ambiente für diese Veranstaltung.
Am Samstag von 8 bis 10 Uhr und dann noch einmal nachmittags gegen 116 Uhr konnten Oldtimer-Liebhaber die Fahrzeuge bewundern, während das Duo „The Weekenders“ Countrymusik und ähnliches zum Besten gab.

Fantastische Fahrzeuge waren hier zu entdecken, sei es ein Mercedes Benz 170 S Baujahr 1953, ein Mustang von 1964, ein Trabant 601 von 1964, einen NSU Prinz von 1964, einen Mercedes Adenauer Luxusklasse von 1959 oder ein Opel Admiral von 1938...

Die Besitzer waren beispielweise aus Berlin, Wismar, Rostock, Eberswalde, Eckernförde, Hagenow, Hamburg und Brüel angereist. „Wir kommen aus Potsdam jedes Jahr gern hierher“, so Renate Rösel (62) und ihr Ehemann Günter Katt (78). Sie fahren den BMW DA 4. Den hatten sie auf einem Anhänger hergebracht. „Als ‚Ruine‘ hatte mein Mann ihn in den 1970er-Jahren gekauft. Er hatte eine Trabant-Anmeldung kurz vor der Fälligkeit. Die hat er gegen den Oldtimer eingetauscht bei einem Obstbauern, der seine Kisten damit transportiert hatte. Mein Mann hat ihn einige Jahre lang restauriert. Dann habe ich ihm den Wagen abgekauft. Nach der Hochzeit habe ich allerdings das Geld nicht wiederbekommen, dafür hat sich mein Mann das Erbe auf den Wagen erhalten“, sagt Renate Rösel und lacht.

Thomas Seifert (59) aus Bernau fährt ein Motorrad der Marke Gnome & Rhone aus dem Jahr 1927, eines der ältesten Fahrzeuge auf diesem Treffen. „Gnome et Rhône, gegründet 1915, war ein Flugzeugmotoren-Hersteller in Frankreich. Manfred von Richthofen flog Maschinen mit diesem Motor. Ich habe mein Motorrad über „Gesucht & Gefunden“ von Hans-Jürgen Huse, dem Papst der französischen Motorräder in Deutschland, erworben. Habe sie seit einem Jahr. Sie war übelst kaputt, konnte sie aber schnell reparieren“, so Thomas Seifert stolz.

Jedes Fahrzeug hat so eine Geschichte – zu erfahren sind sie im Gespräch mit den Besitzern. Nicht nur das Bestaunen der alten Fahrzeuge, sondern auch die Geschichten machen die Herbstliche Landpartie so spannend.

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