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Mühlentag : Von der Nachtkerze zur Ölmühle inspiriert

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Am Mühlentag konnten Interessierte in Rühn mehr über die Gewinnung von kaltgepressten Ölen erfahren

Dass sich der Begriff Mühlentag durchaus etwas dehnen lässt, bewies gestern Ingo Sander vom BioHof und Ölmühle Sander. Denn auch wenn er keine klassische Mühle mitten in romantischer Landschaft stehen hat, sagt er selbstbewusst: „Ich habe eine Ölmühle und deshalb mache ich mit.“

Zum zweiten Mal ist der Tarnower dabei und hatte nach Rühn eingeladen, wo Interessierte sich vor Ort ansehen konnten, wie aus Samen Öl hergestellt wird. Dabei mache sich beispielsweise die Jahreszeit in der Ölmenge bemerkbar. Im Winter lasse sich beim Kaltpressen nicht so viel Öl aus den verschiedenen Samen gewinnen wie im Sommer.

Auch das Nebenprodukt – die Pressstücke – können noch verwendet werden. Die gequetschten Samen haben dann noch etwa zehn Prozent Ölgehalt und können ganz unterschiedlich genutzt werden. „Das ist noch ein wertvoller Rohstoff“, erklärt Ingo Sander.

Nachdem die Teilnehmer also wussten, wie das Öl in die Flaschen kommt – die im übrigen aus ultraviolettem Glas bestehen – durften sie probieren.

Zu jedem der Öle erklärte Sander deren Verwendung und Inhaltsstoffe. Das Nachtkerzenöl „kann man als Nahrungsergänzung nehmen“, führte er aus. Es werde aber noch häufiger für die äußere Anwendung genutzt und sei beispielsweise bei Neurodermitis sehr hilfreich. Zu den exotischeren Ölen gehört das Chiasamenöl. „Das ist momentan sehr im Trend“, erklärte Sander. Das Öl selbst sei sehr geschmacksneutral und damit eine gute Alternative für jene, die den Eigengeschmack von Leinöl nicht mögen.

Zur Ölmühle kam Sander, der in Tarnow einen Biohof betreibt, eher durch Zufall, Neugier und die Nachtkerze. „Ich hatte eine Nachtkerze auf dem Hof und habe die ein paar Mal abgemäht – die ist aber nicht eingegangen“, berichtete er. Danach war sein Interesse geweckt und er begann, sich mit der Materie zu beschäftigen.

Der erste Versuch die Pflanze auf einem Hektar anzupflanzen war für ihn jedoch eine Lehrstunde. Von dem Versuchsfeld blieb nur ein kleiner Teil übrig. „Im Flächenanbau funktioniert das nicht“, so Sander weiter. Denn die Pflänzchen brauchen einiges an Aufmerksamkeit, bis sie im Juli beziehungsweise August die nötige Reife erreichen.

Das zweite Hauptprodukt, was in der Ölmühle verarbeitet wird ist die Mariendistel. „Die baue ich auch in Tarnow an. Für alle anderen Öle werden Saaten zugekauft.“

Im Anschluss bot sich für die Besucher die Möglichkeit auch die Klosteranlage bei einem Rundgang näher kennen zu lernen.

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erstellt am 17.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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