Illegale Graffitiserie in Bützow : „Von alleine hören sie nicht auf“

Graffiti am Bützower Bahnhof. Das Symbolbild zeigt keine Fälle aus der aktuellen Serie.
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Graffiti am Bützower Bahnhof. Das Symbolbild zeigt keine Fälle aus der aktuellen Serie.

Kriminalpolizei konnte jetzt eine illegale Graffitiserie aufklären und Verdächtige ermitteln

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02. August 2016, 21:00 Uhr

Sie verschandeln Hauswände, Brücken, Gartenlauben und sogar Autos: Graffitisprüher. Die Bützower Polizei konnte jetzt eine ganze Serie solcher Straftaten aufklären.

Alles begann im November vergangenen Jahres. An mehreren Orten in Bützow tauchten am 20. November plötzlich Graffitis auf. Betroffen waren unter anderem die Straßen Vor dem Rostocker Tor und An der Bleiche. Kriminaloberkommissarin Verena Zimmermann von der Bützower Kripo: „Wir erhielten damals Anzeigen mehrerer Geschädigter wegen Graffiti. Neu gegenüber ,herkömmlichen’ Graffiti waren die ungewöhnlichen Zeichen und die eher kindlichen Schriftzüge sowie die Tatsache, dass auch ein Auto betroffen war, an dem der oder die Täter zudem noch die Außenspiegel abgetreten hatten.“

Nur eine knappe Woche später wurden der Polizei erneut mehrere Graffiti in Bützow gemeldet. Die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Sprüher hatten es diesmal auf mehrere Gartenlauben einer Anlage am Ziegelhofweg sowie den Wasserwanderrastplatz abgesehen, wo unter anderem Schilder verschandelt wurden.

Auch in den Nächten vom 23. zum 24. November, vom 2. zum 3. Dezember und am 14. Dezember waren die Graffitisprüher aktiv. Unter anderem besprühten sie drei Fahrzeuge, die auf einem Firmengelände abgestellt waren.

Nach einigen Monaten Ruhe folgten dann im März diesen Jahres weitere Fälle in Neuendorf und Rühn.

Insgesamt wurden der Polizei von November 2015 bis März diesen Jahres 18 Graffiti-Vorkommnisse gemeldet, die offenbar alle zu erwähnter Serie gehören. Der angerichtete Gesamtschaden beträgt rund 6000 Euro.

Die Ermittlungen der Bützower Kripo liefen von Beginn an auf Hochtouren. Verena Zimmermann: „Im Jahre 2012 hatte es hier ebenfalls eine Graffiti-Serie gegeben. Einige Schriftzüge der jetzigen Serie ähnelten manchen von 2012 sehr deutlich.“

Verena Zimmermann nahm diese Hinweise auf. „Das Problem bei solchen Ermittlungen ist, dass es meist keine Spuren, wie zum Beispiel Fingerabdrücke oder Zeugen sowie eventuelle Videoaufzeichnungen gibt“ , sagt die Ermittlerin. Doch dank äußerst akribischer Arbeit gelang es ihr, zwei Tatverdächtige zu ermitteln.

Die Polizei indes geht davon aus, dass zu den bekannt gewordenen 18 Fällen wahrscheinlich noch eine weitaus höhere Dunkelziffer kommt. Vermutlich haben sich nicht alle Geschädigten bei der Polizei gemeldet. Gert Frahm, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion (PI) Güstrow: „Für uns ist es sehr wichtig, dass sich Betroffene bei der Polizei melden. Denn vor Gericht kann es für das Strafmaß bedeutend sein, wie hoch die Zahl der Fälle ist.“

Ermittlerin Verena Zimmermann ergänzt: „Wichtig ist auch, dass niemand wegsieht, wenn er Graffitisprüher bemerkt, sondern stattdessen so schnell wie möglich die Polizei informiert. Denn von allein hören die Sprüher nicht auf. Das ist wie eine Sucht bei ihnen.“

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