Modellschiffe in Bützow : Vom Keller aufs Hafenfest

Schlachtkreuzer auf der Warnow: Hartmut Böhnke (Mitte) bringt die Modellschiffe wieder zum Bützower Hafenfest. Hier mit seinen Kollegen Christoph Bartikowski (links) und Heiner Weber (rechts).
Schlachtkreuzer auf der Warnow: Hartmut Böhnke (Mitte) bringt die Modellschiffe wieder zum Bützower Hafenfest. Hier mit seinen Kollegen Christoph Bartikowski (links) und Heiner Weber (rechts).

Der Bützower Modellschiffbauer Hartmut Böhnke lässt am Sonnabend die Schlachtkreuzer an der Warnowpromenade fahren.

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06. Juli 2018, 05:00 Uhr

„Es ist ein aussterbendes Hobby“ sagt der Bützower Hartmut Böhnke über seine zweite Leidenschaft neben der Architektur. Seit acht Jahren widmet er sich, wie einst in seiner Kindheit, wieder dem Schiffsmodellbau. „Mit 13 habe ich damals Modellschiffe gebaut und sogar auf der Messe der Meister von Morgen eine Medaille gewonnen. Danach haben meine Schiffe allerdings erst einmal wieder 40 Jahre auf der Bank gelegen, weil mir die Zeit dafür gefehlt hat“, erzählt Hartmut Böhnke.

Heutzutage findet man nur noch selten Menschen, die dieses Hobby regelmäßig pflegen. „Mit Nachwuchs ist es schwer. Meistens sind es nur noch Graubärte“, sagt der Modellbauer und streicht sich dabei schmunzelnd über seinen eigenen Bart. „Das liegt auch daran, dass es zeitintensiv ist. Und viele basteln alleine in ihrem Keller.“

Doch der Schiffsliebhaber arbeitet unentwegt daran, den Modellbau wieder aus den Kellern in die Öffentlichkeit zu bringen und dadurch auch neue Kameraden, die seine Leidenschaft teilen, zu gewinnen. Erst am vergangenen Wochenende, beim Hafenfest in Wolgast, habe sich ein neuer Modellbauer gefunden. Dafür, dass sein Hobby ausstirbt, ist Hartmut Böhnkes Veranstaltungskalender in den Sommermonaten gut gefüllt.

Zum ersten Mal seit der Premiere des Hafenfestes in Bützow vor sechs Jahren ist die Interessengemeinschaft Marine-Modellbau-Mecklenburg auch wieder bei der diesjährigen Variante des maritimen Festes vor Ort. „Das war die vergangenen fünf Male leider nicht möglich, da das Hafenfest in Wolgast immer zeitgleich dazu stattgefunden hatte. Dieses Jahr liegt glücklicherweise eine Woche dazwischen“, sagt der Modellbauer. Auch wenn Hartmut Böhnke alles relativ spontan organisieren musste, am liebsten sei er mit seinen Schiffen immer noch in Bützow unterwegs.

Mit wie viel Mann sie da sein werden und welche Schiffe die Interessengemeinschaft Marine-Modellbau-Mecklenburg am Sonnabend großen und kleinen Seemännern präsentieren wird, könne er noch nicht sagen, so Böhnke. Doch die Flottenparade, die im vergangenen Jahr im September ebenfalls viele Neugierige an den Bützower Hafen lockte, dient als grobe Orientierung. „Das war natürlich ein sehr schönes Fest für uns. Ein paar Gäste der parallel stattfindenden Oldtimerrallye kamen auch zu uns. Von vielen habe ich gehört, dass sie wieder kommen wollen.“

Beim diesjährigen Bützower Hafenfest dürften wieder viele Schiffe der Kaiserlichen Marine zu bestaunen sein. Auf die hat sich Hartmut Böhnke spezialisiert. „Das sind weltweit Schiffe der Marine in der Zeit von 1870 bis 1918.“ In insgesamt 2000 bis 3000 Arbeitsstunden habe er mittlerweile drei Schlachtkreuzer fertiggestellt, ein vierter befindet sich im Bau. Besonders stolz ist Hartmut Böhnke auf seinen Panzerkreuzer Aurora der Kaiserlich Russischen Marine. „Das Schiff gilt als Symbol für die Oktoberrevolution und steht heute noch in St. Petersburg“, erklärt er.

„Als Modellbauer versucht man natürlich immer so originalgetreu wie möglich zu bauen. Mit anderen dann über seine Werke fachzusimpeln, macht unglaublichen Spaß. Doch wenn man etwas besonders gut gebaut hat, dann sagen die anderen meistens nichts und schauen nur.“ Ob für ein kleines Streitgespräch, für eine kleine Ausfahrt auf dem Wasser oder einfach nur zum Staunen und Begutachten: Beim Hafenfest am Sonnabend an der Warnowpromenade in Bützow kommen die Modellbauer ganz auf ihre Kosten.

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