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Kurzen Trechow : Vision Pferdestall mit Auflagen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kontroverse Diskussion zur Nutzungsänderung der Gutsanlage in der Gemeindevertretung. Investor Christian Schierning ist enttäuscht.

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Christian Schierning ist sprachlos und enttäuscht. Zwar stimmte eine Mehrheit der Gemeindevertreter von Bernitt für seinen Antrag auf Nutzungserweiterung für den Pferdestall. Doch damit verbunden ist eine Bauleitplanung. „Das bedeutet einen enormen Aufwand. Man muss einen Flächennutzungsplan oder andere Bauunterlagen erstellen“, erklärt Schierning. In einem ähnlichen Fall in der Gemeinde habe das drei Jahre gedauert und unzähliger Abstimmungen in der Gemeindevertretung bedurft. Wie er jetzt weiter mit seinen Plänen umgeht, wisse er noch nicht genau.

Zwei Stunden vor der Gemeindevertretersitzung hatte er noch im Pferdestall sein Konzept vorgestellt. Vor zwei Jahren hatte Christian Schierning das Ensemble, bestehend aus Pferdestall und angrenzendem Speicher, erworben. Das war in einem desolaten, einsturzgefährdeten Zustand. Mittlerweile ist der denkmalgeschützte Pferdestall saniert.

Neben der Landwirtschaft möchte Schierning den jetzt auch für kulturelle Veranstaltungen nutzen. Er denkt dabei an Konzerte im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, aber auch an Regionalmärkte, Adventsmärkte oder auch das Erntefest, das im Dorf alljährlich gefeiert wird.

Pläne sind Ergänzung fürs Dorf und die Region


In einer weiteren Ausbaustufe möchte er den alten Kornspeicher sanieren. Dort sollen Gastronomie, Unterkünfte und ein Evolutioneum, ein Museum zur Erdgeschichte, entstehen.
„Was ist mit der Badestelle? Ist die dann nur noch für Hotelgäste zugänglich? “, lautete eine der Fragen aus dem Publikum. Schierning verneinte. Er sehe das vielmehr als ein zusätzliches Angebot. Zum Beispiel, dass Badegäste auch die Gaststätte besuchen können. Der See soll für alle Einheimischen und Gäste zugänglich bleiben.

Für seine Pläne bekam Schierning während der Informationsveranstaltung viel Zustimmung. Vergleiche zu ähnlichen Projekten in Mecklenburg oder auch in anderen Bundesländern wurden gezogen. Es sei eine Ergänzung zu bereits in der Region bestehenden Angeboten wie das Kloster Rühn und die Bützower Miniaturstadt.

Peter Hamann aus Kurzen Trechow erklärte, dass er Respekt habe vor dem, was Christian Schierning macht. Er habe eine Unfallquelle beseitigt und ein historisches Gebäude erhalten. „Wir sollten alle gemeinsam alles unternehmen, um diese Chance zu nutzen.“

Die Entscheidung zur Nutzungserweiterung des Pferdestalls, worüber die Gemeindevertreter zu befinden hatten, war indirekt gekoppelt mit einem weiteren Antrag, der zur Abstimmung stand. Dabei ging es um die Satzung „über die Ergänzung der im Zusammenhang bebauten Ortslage Kurzen Trechow“. Hintergrund: Zwei Flurstücke, die bisher nicht bebaut waren, sollen jetzt als Bauland für Eigenheime ausgewiesen werden. Ein Verfahren, dass vor zwei Jahren begonnen wurde und nun abgeschlossen werden sollte.

Ein Dorf, zwei Meinungen


Der Knackpunkt: Diese Flurstücke liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gutsanlage. Das hatte im Vorfeld zu einer kontroversen Diskussion im Dorf geführt. Beide Anträge schließen sich zwar nicht aus. Doch aufgrund der räumlichen Nähe gab es unterschiedliche Auffassungen. Auch deshalb hatte Gemeindevertreter Rainer Finck vorgeschlagen, beide Beschlussvorlagen von der Tagesordnung zu nehmen und noch einmal Gespräche mit allen Beteiligten zu führen. Doch dafür gab es keine Mehrheit. So mussten die Gemeindevertreter entscheiden. Der Ergänzungssatzung und damit der Ausweisung der Fläche als Bauland stimmten zehn der elf stimmberechtigten Gemeindevertreter zu. Es gab eine Gegenstimme.

Bei der Entscheidung zum Pferdestall waren zwei Fragen zu klären. Wird die Nutzungserweiterung ohne entsprechende Auflagen erteilt? Dafür sprachen sich nur fünf Gemeindevertreter aus, sechs stimmten dagegen. Sieben Ja-Stimmen gab es beim zweiten Beschlussantrag, die Nutzungserweiterung an eine Bauleitplanung zu koppeln. Es gab dafür drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

 

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