Töpfereien in Hinzenhagen und Bergfeld : Vielfalt überzeugt Rundreisende

Ulrike Beseler plaudert mit ihren Stammgästen Susanne und Harry Heidemann sowie Angelika und Holger Vieroth (v.l.). Fotos: Regina mai
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Ulrike Beseler plaudert mit ihren Stammgästen Susanne und Harry Heidemann sowie Angelika und Holger Vieroth (v.l.). Fotos: Regina mai

Wochenende der offenen Töpferei lockte zur Landpartie.

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14. März 2016, 05:00 Uhr

Eine Sonne, die man in einen Baum hängen kann, packte Marlies Matthes am Sonnabend nach einem Besuch in der Töpferei Beseler in Hinzenhagen ins Auto. Das sei genau das Richtige an einem grauen, kalten Frühlingstag. Der hielt am Wochenende die Menschen nicht davon ab die Vielfalt des Töpferhandwerks und der Keramikkunst zu erkunden.

Eben diese Vielfalt lobten Marlies Matthes und Annette Weber, Schwestern aus Sondershausen (Thüringen). „Das reicht von sachlich und romantisch über gut gebrauchsfähig bis futuristisch“, fasst Marlies Matthes, die auch ihre Tassensammlung an diesem Wochenende deutlich erweiterte, zusammen. Neben Touristen, die sich gezielt Regionen aussuchen, sind es an den Tagen der offenen Töpferei viele Einheimische, oft auch Stammgäste, die die Aktion nicht verpassen. So trafen sich am Sonnabend Susanne und Harry Heidemann sowie Angelika und Holger Vieroth rein zufällig, aber nicht das erste Mal in Hinzenhagen bei Ulrike und Sven Beseler. Am großen Tisch des Schauraumes plauderten sie angeregt. „Hier sitzt man immer gemütlich beisammen“, betont Susanne Heidemann. Wohl schon an die 30 Jahre verfolge man die Entwicklung der Keramikerin. Heute würden Heidemanns Arbeiten vor Ulrike Beseler auf Anhieb erkennen. „Das ist wie eine Handschrift“, erklärt die Güstrowerin. Ulrike Beseler nimmt es als Kompliment: „Es zeigt, dass man seinen Weg gefunden hat.“

„Ich bin froh, dass ich davon leben kann und es mir nach wie vor richtig Spaß macht“, sagt Ulrike Beseler. Die Keramikerin geht dabei gern mit den Jahreszeiten. Vögel, Hasen und helle Farben gehöre für sie in den Frühling. „Es ist Osterdeko auf meine Art“, betont Ulrike Beseler. Dabei lasse sie sich von der Natur bewusst gefangen nehmen, schöpfe ihre Ideen aus den Jahreszeiten und möchte noch viele Jahre so weitermachen.

Auch für Armin Rieger ist sein Alter kein Thema. Der 66-Jährige denkt gerade über einen Umbau seiner Werkstatt nach. Auch ein Brennofen erreiche irgendwann sei Verfallsdatum, erklärt der Keramikmeister, der in diesem Jahr auf zwei Jubiläen schaut. Vor 50 Jahren, am 1. September 1966, begann er seine Töpferlehre. Zehn Jahre später folgte der Meisterbrief.

Sabine Krüger und Angelika Leverenz aus Krakow am See beantwortete er so manche Frage. So hatten sie auf ihre Tour schon von „kalten Stellen“ gehört. Armin Rieger hatte eine Vase als Beispiel parat und erklärte, dass die Sache relativ zu betrachten sei. Wenn bei 1300 Grad Celsius im Brennofen an einer Stelle zehn Grad weniger herrschen, kann das anschließend sichtbar sein. „Wir haben so viel Interessantes bei den Keramikern erfahren“, betont Angelika Leverenz. Da sei es nicht verwunderlich, dass sie ihren Tourenplan nicht schaffen konnten. „Es ist eine tolle Veranstaltung. Man lernt Menschen und auch viele Orte, in die man sonst nie käme, kennen“, urteilt Sabine Krüger.

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