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Ausstellung : Viele Seiten eines Lieblingsplatzes

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Wolfgang Severin-Iben zeigt ab Sonnabend im Kunsthaus Ansichten Bützows, thematisiert aber auch Flucht und Vertreibung

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Am Sonnabend, 15 Uhr, gibt es im Bützower Kunsthaus wieder eine Vernissage – diesmal mit einem alten Bekannten. „Es ist die zweite große Ausstellung von Wolfgang Severin-Iben im Kunsthaus“, verrät Karl-Werner Zießnitz, Leiter des Museums. Darüber hinaus waren seine Werke auch in zwei kleineren Kabinettsausstellungen zu sehen. Die neue Schau zeigt schöne und andere Werke des Bützowers und unterteilt sich in drei große Bereiche, die thematisch kaum unterschiedlicher sein könnten.

So widmet der Künstler den großen Ausstellungsraum seiner Heimatstadt. Hier können die Besucher sich auf einen Rundgang durch Bützow, vor allem aber durch die Wallstraßen und entlang des Wallgrabens, begeben. „Der Wall ist so ein Lieblingsplatz, wo ich oft vorbeigehe und auch verweile“, erzählt Wolfgang Severin-Iben.

Mehr als 100 Bilder habe er über die Jahre davon gemalt. Eine neue Ansicht vom Wall stammt aus den vergangenen Wochen und zeigt eine winterliche Landschaft. Das älteste Werk entstand 1986 und zeigt „meine Stadt an einem Sonntag“. Ein rotes, geblähtes Haus lässt jedoch keinen geruhsamen Tag erahnen, sondern eher die Rastlosigkeit des nahenden Montags. Das Werk sei eines seiner ersten expressiv geprägten Bilder. „Ich habe mir schon immer etwas bei meinen Bildern gedacht“, so Severin-Iben, der gern Raum zur Interpretation lässt. Dieses Werk, berichtet der Künstler nicht ohne Stolz, habe vor der Wende auch schon im Bützower Schloss gehangen.

Ein Aquarell direkt daneben zeigt die Elefantenbrücke, die seit Jahren für Diskussionsstoff sorgt. Severin-Iben hielt sie als Holzbrücke, wie er sie noch in Erinnerung hat, fest. Dass die Elefantenbrücke einmal eine Holzkonstruktion war, daran konnte sich Karl-Werner Zießnitz nicht entsinnen. „Da haben wir als Bengel gebadet“, erinnert sich Wolfgang Severin-Iben hingegen noch ganz genau. „Das Spannende ist – und darauf freue ich mich schon sehr – dass viele Bützower es wiedererkennen werden.“

Und sie werden auch bemerken, dass oftmals die Häuser etwas zusammenrücken. So auch bei einem Werk, dass den Pferdemarkt zeigt und ihn an den Auszug aus einer früheren Bleibe erinnert. „In der Malerei ist die Freizügigkeit bestimmend“, so der Künstler.

Diese zeigt sich auch im zweiten Teil der Schau, die aus ganz unterschiedlichen Bildern besteht. Ein Selbstportrait, ein fröhlich anmutendes Zirkuszelt oder eine Bildreihe zu einem Festmahl geben einen Einblick in eine andere Seite des Künstlers.


Ungemütliche Themen abgebildet


Ein absolutes Kontrastprogramm bietet sich im Hauptraum der Ausstellung. Die Kernthemen, die Wolfgang Severin-Iben hier behandelt, sind Flucht und Vertreibung. „Dazu habe ich mehrere Bilderzyklen gemacht“, berichtet er. Sie zeigen, wie Tote im Fluss weggeschwemmt werden, aber auch vom Krieg gezeichnete Menschen. Mit vielen Zeitzeugen habe er gesprochen, um die Konflikte des Krieges abzubilden. „Er packt unbequeme Themen an“, fasst Kunsthausleiter Zießnitz zusammen. Dramatisch sind auch seine Malereien, die Leid in Palästina und Afghanistan thematisieren. Derzeit arbeite er auch an einer Erzählung zu diesem Themenbereich. „Das ist alles sehr schwer und strengt an“, gibt er zu. Fröhlichere Motive seien dann wie Yoga. „Ich male dann zum Beispiel eine Landschaft und dann erhole ich mich wieder“, so Severin-Iben.

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