Bützow : Viele Läden in der City stehen leer

<strong>Zurzeit nur als Spiegel gut:</strong> Das einstige Computergeschäft in der Langestraße 33 in Bützow steht seit Ende letzten Jahres leer.<fotos>Evelyn Bubber-Menzel</fotos>
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Zurzeit nur als Spiegel gut: Das einstige Computergeschäft in der Langestraße 33 in Bützow steht seit Ende letzten Jahres leer.Evelyn Bubber-Menzel

In der Bützower Innenstadt ist Bewegung: Geschäfte ziehen von einem Laden in den anderen, manche Schaufenster stehen schon seit langem leer. Verödet die Innenstadt langsam?

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23. Januar 2013, 09:44 Uhr

Bützow | In der Bützower Innenstadt ist Bewegung: Geschäfte ziehen von einem Laden in den anderen, manche Schaufenster stehen schon seit langem leer. Verödet die Innenstadt langsam?

Lange Zeit ein Sorgenkind war der leer stehende Schlecker-Laden mitten im Stadtzentrum. Seit einer Weile aber ist der Laden wieder belebt: Ein "Multi-Markt" für Geschenkartikel, Teppiche, Textilien und Haushaltswaren hat sich dort angesiedelt.

Doch ist dies kein neues Angebot in Bützows Ladenstraße, sondern nur ein Umzug. Hatte doch das Geschäft bisher nur ein paar Häuser weiter vorn in der Langestraße seinen Sitz. Zum Umzug animiert hatte die Lage des einstigen Schlecker-Ladens genau im Stadtzentrum, wo es viel Laufkundschaft gibt.

Nicht lange leer stand nach der Schließung das frühere Geschäft von Gundula Linsel in der Langestraße 42. Dorthin zog mit ihren Angeboten Frieda Gravemann, die solange schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite ihren Laden für Damenmode und Schuhe hatte. Bei der Entscheidung zum Umzug hätte die größere Zentrumsnähe schon eine Rolle gespielt, sagt die Geschäftsinhaberin. Vor allem aber sei das Haus saniert und "es ist hier wärmer". Gähnende Leere herrscht nun dafür in ihrem früheren Geschäft in der Langestraße 53. Dort scheint noch kein neuer Interessent in Sicht.

Schon eine ganze Weile leer steht der Laden Langestraße 44, in dem sich einst ein Fachgeschäft für Schmuck und Uhren befand. Das Haus wurde von Privathand saniert und der Laden ist nach den Worten des Inhabers der Immobilie neu vermietet. Zurzeit sind Handwerker dabei, den Laden neu herzurichten. Die Geschäftseröffnung sei aus jetziger Sicht zum 1. Februar vorgesehen. Um was für einen Laden es sich handelt, wollte der Inhaber des Hauses aber noch nicht verraten. "Zu vermieten" steht seit Ende letzten Jahres auch an dem Geschäft in der Langestraße 33. Die Firma für Hard- und Software, die sich dort einst befand, ist an einen anderen Standort gezogen und der Inhaber des Hauses sucht nun einen neuen Interessenten für das Geschäft in bester Citylage.

Wie schlimm es enden kann, wenn ein Geschäft lange Zeit geschlossen ist und das Haus leer steht, zeigt das einstige Geschäftshaus in der Langestraße/Ecke 1. Wallstraße. Die Fassade des maroden Gebäudes verkommt immer mehr und die einstigen Schaufenster sind heute nur noch als Aufkleber für mittlerweile meist zerfledderte Werbeplakate gut.

"Wenn jeder dritte Laden in der Innenstadt leer steht, ist das natürlich unattraktiv und ermuntert die Leute nicht gerade zum Bummeln durch die Stadt", sagt Karina Siebernik, Vorsitzende des Gewerbevereins von Bützow. Natürlich wäre es ihr und den anderen Geschäftsleuten lieber, wenn dies nicht so wäre, meint sie. "Ich habe schon mehrfach mit der Stadt über dieses Problem gesprochen, doch die Stadt sieht da keine Einflussmöglichkeit", sagt sie. "Die Häuser sind meist in Privathand und wenn die Privatleute nichts machen, sieht es schlecht aus." Ob ein Gewerbeobjekt belegt werde, hänge zum großen Teil auch vom Mietpreis mit ab, meint Bürgermeister Sebastian Constien. Und auf dessen Höhe könne die Stadt in einem Privathaus kaum Einfluss nehmen. Man könne zwar mit dem Inhaber reden, aber damit seien die Möglichkeiten auch schon erschöpft. In einem städtischen Haus mit Gewerbeobjekten sehe dies natürlich anders aus. Natürlich sei das Erscheinungsbild einer Stadt attraktiver, wenn alle Läden vermietet seien. "Und je attraktiver eine Stadt ist, desto höher ist auch die Bereitschaft der Leute, dort zu flanieren", ist sich Constien im Klaren. Auch deshalb sei zum Beispiel die Hafenpromenade ausgebaut worden und fördere man Privatinitiativen zu Sanierungen in der Altstadt. Auch unterstütze die Stadt zur Förderung des Einzelhandels immer die Shoppingnacht, ebenso sei die Parkgebührenbefreiung in der Innenstadt zur Adventszeit eine Maßnahme zur Förderung des Einzelhandels gewesen.

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