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Bützow nach dem Tornado : Viele Hände machen Arbeit…

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ein Einsatzteam der BQG und des Vereins Miniaturstadt versorgen die vielen Helfer in der Stadt / Firmen spenden Lebensmittel

von
erstellt am 09.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Hoch oben unterm Dach ist die kleine Betriebsküche des Rathauses zum Versorgungsstützpunkt der Stadt Bützow geworden. Seit Mittwochfrüh sind dort Mitarbeiter der BQG, Vereinsmitglieder des Fördervereins Miniaturstadt, Ein-Euro-Jobber und Freiwillige von morgens bis zum späten Nachmittag im Einsatz, um für die vielen Helfer und Bauarbeiter einen Imbiss zu organisieren.

Auf einem Tisch liegt ein Berg von Brötchen. Helga Stopar schneidet sie auf, Helga Schöck streicht Butter auf die Brötchenhälften. Tomaten, Wurst, Käse, Paprika usw. liegen beschnitten bereit. Damit werden die Brötchen belegt. Nebenbei laufen die Kaffeemaschinen heiß. Petra Kuhrt fühlt das „braune Wasser“ in Thermoskannen. Die Stimmung unter den Frauen ist gut.

Wir sind Rentner, erklären Helga Stopar und Helga Schöck unisono und „wir sind Bützower“. „Uns ist nichts passiert, da ist es doch selbstverständlich, dass man den Menschen in der Not hilft“, sagt Stopar. „Wir haben schließlich Solidarität gelernt“, ergänzt Schöck.

Es sei doch ganz einfach: „Viele Hände machen der Arbeit schnell ein Ende“, holt Helga Stopar ein altes Sprichwort hervor, auf die Frage, warum sie seit zwei Tagen hier in der Küche des Rathauses ist.

Bäcker und Supermärkte stellen alles kostenlos zur Verfügung, damit die Frauen aus dem Versorgungsteam den Imbiss vorbereiten können, erzählt Petra Kuhrt. Allein am Mittwoch kamen von einem Bäcker 600 Brötchen. Zusätzlich werden Brote geschmiert und auch kalte Getränke bereitgestellt. Doch es gibt auch ganz überraschende und spontane Spenden. „Am Donnerstag kamen zwei Kinder hierher und brachten Kuchen. Den hätten die Omas gebacken. Der Kuchen war auch ganz schnell weg“, erzählt Helga Stopar und lacht.

Oder gestern kurz vor der Mittagszeit. Matthias Röse und Tochter Josephine bringen für die fleißigen Handwerker, die am Kirchendach arbeiten, Getränke und frisch gebratene Bouletten. Als Bewohner der Wallstraßen, selbst betroffen von der Katastrophe, eine Plastetüte ersetzt die Heckscheibe des Autos, kümmern sie sich um die Männer vom Bau. Erika Röse, Mutter bzw. Oma der beiden Bützower, hat sich schnell an den Herd gestellt und das Mittagessen zubereitet. Während die Röses auf den Abstieg ihrer Mittagsgäste warten, sitzen im Foyer des Rathauses andere Helfer und stärken sich.

Denn die Eingangshalle des Rathauses ist zur Zeit Kantine. Dort können sich die fleißigen Helfer eine Auszeit gönnen. Da sitzen die Mitarbeiter des Bauhofes neben den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren, und auch die Dachdecker greifen zu.

„Ab 8 Uhr sind unsere Leute auch am Sonnabend wieder da“, sagt BQG-Chefin Birgit Czarschka. Denn heute ruft die Stadt noch einmal zur großen Aufräumaktion auf und hofft auf viele freiwillige Helfer.

 

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