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Bröbberow : Viel Spaß in der „Hartlich Stuuv“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Teilnehmer der SVZ-Sommertour mischen sich unter die Tagesgäste / Gemeinsame Spiele und Lieder

von
erstellt am 05.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Leser überraschen und sie dahin führen, wo sie nicht jeden Tag einkehren. Das ist ein Anliegen der SVZ-Sommertour. Gestern wurden die Teilnehmer nicht nur überrascht, sondern sie wurden selbst mit einbezogen: in die Aktivitäten in der „Hartlich Stuuv“ in Bröbberow.

Erst seit dem Frühjahr gibt es die Tagespflege in dem ehemaligen Gutshaus und der einstigen Freien Schule. „Unsere Mitarbeiter und die Ehepartner haben seit Ende März hier alle mit Hand angelegt“, erzählt Chefin Annegret Gaulke. Entstanden ist ein Ort des Wohlfühlens für die Tagesbesucher. Sie sind zwischen 22 und 93 Jahre alt, kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen von montags bis freitags in die Einrichtung, erzählt Annegret Gaulke. Diese Gründe, sei es beispielsweise eine beginnende oder auch schon fortgeschrittene Demenz, spielen aber keine Rolle. Es seien Menschen, die zuhause leben, dort vom Ehepartner oder Familienangehörigen betreut werden. „Und eine solche Pflege ist nicht ganz einfach“, sagt Annegret Gaulke. Die Tagespflege ermöglicht es, die Familienangehörigen zu entlasten, ihnen eigene Freiräume und Kraft zugeben, damit sie am Abend, wieder ganz für den zu pflegenden Angehörigen da sein können.

Das sei der eine Ansatz. Der andere: Die Tagesgäste sollen nicht nur betreut, sondern auch zu Aktivitäten animiert werden. Die tägliche „Tageszeitungsschau“ gehört zum Beispiel dazu. Auch an diesem Freitagvormittag sitzen die Frauen und Männer im Gemeinschaftsraum am Tisch und haben die Schweriner Volkszeitung vor sich ausgebreitet.

Sie lesen darin, manchmal nur eine Überschrift, die ausreicht, um sich an Geschichten aus dem eigenen Leben zu erinnern. Doch die Tageszeitung kann noch viel mehr. Sie eignet sich wunderbar zur Fingergymnastik, erklärt Pfleger Klaus-Dieter Gaulke. Im nächsten Moment werden alle – die Tagesgäste und die SVZ-Leser gleichermaßen – aufgefordert, die Zeitung zu zerknüllen. Sekunden später sollen alle das Papier wieder glätten, denn irgendwas Spannendes muss noch gelesen werden.

Dann wollen die Tagesgäste den SVZ-Lesern ihr eigenes Lied von der „Hartlich Stuuv“ vortragen. Dass sie dabei diesmal sogar instrumental begleitet werden, ist ebenfalls eine Überraschung. Denn SVZ-Leserin Margrid Zikarsky aus Bützow schnappt sich ein Akkordeon und begleitet die Sängerinnen und Sänger.

Angetan von dem Haus und der herzlichen Atmosphäre ist unter anderem Herta Weimann. „Das ist hier sehr schön. Hier kann man sich richtig wohlfühlen. Da möchte man sich gleich anmelden“, sagt die Schwaanerin. Doch die 84-Jährige ist froh, dass sie noch so fit ist, dass sie dieses Angebot noch nicht nutzen muss. Aber es sei schön, dass es solche Einrichtungen gibt.

Die Tagespflege, die auch von der Pflegeversicherung mitgetragen wird, verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel. Annegret Gaulke: „Sie ist darauf ausgerichtet, eine mögliche Heimunterbringung so weit wie möglich hinauszuzögern. Denn einen alten Baum verpflanzt man nicht.“

Das Feedback, das die Mitarbeiter von den Angehörigen der Tagesgäste bekommen, sei durchweg sehr positiv, sagt die Einrichtungsleiterin. Die SVZ-Leser waren auf jeden Fall begeistert von der „Hartlich Stuuv“.

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