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Bützower Zeitung

22. Oktober 2017 | 16:02 Uhr

Handwerk : Viel Arbeit, kaum Bewerber

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stephan Bittner, Geschäftsführer der BPB Stahlbau GmbH in Steinhagen, stellt Landrat Sebastian Constien das Unternehmen vor

von
erstellt am 19.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Was haben diverse Autohäuser in ganz Deutschland, das Rostocker Leichtathletikstadion, das Rostocker Heizkraftwerk und die Mautstelle am Warnowtunnel gemeinsam? Die Antwort: Stahl. Und der stammt von der BPB Stahlbau GmbH in Steinhagen. Das Unternehmen ist im Aufschwung, hat laut Geschäftsführer Stephan Bittner die Umsätze binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Nur mit dem Nachwuchs will es nicht klappen wie gewünscht.

Das Unternehmen verfügt über einen Stamm von 51 Mitarbeitern, in Hochzeiten mit Partnerunternehmern und Zeitarbeitern um die 70. Es könnten wesentlich mehr Mitarbeiter sein. Aber: „Nachwuchs sucht man vergebens“, klagt Stephan Bittner. Es sei genug Arbeit da, doch die Bewerbungen würden gen Null laufen. „Und das, obwohl die Rahmenbedingungen gut sind.“

Diese Problematik trug der Geschäftsführer Landrat Sebastian Constien (SPD) vor, der das Unternehmen im Rahmen der Kreisbereisung Wirtschaft besuchte. Nach einer Führung durch die beiden Haupthallen wurde das Gespräch gesucht. Bittners Klagen über fehlenden Nachwuchs sind für den Landrat kein neues Phänomen. Auch aus den Besuchen anderer Unternehmen weiß er, dass die Bewerberzahlen rückläufig sind, genau wie die Qualität der Bewerber. Stephan Bittner hat die Hoffnung jedoch nicht aufgegeben. „Es wird einen Wendepunkt geben. Die Leute werden merken, dass mit dem Handwerk wieder gutes Geld zu verdienen ist. Guten Leuten gibt man gutes Geld.“ Um den Nachwuchs zu fördern, denkt Bittner darüber nach mit der Hochschule Wismar zusammenzuarbeiten, um duale Studenten auszubilden.

Zudem hofft Bittner, auch in Zukunft weiterhin Hand in Hand mit dem Berufsbildungsverein gehen zu können. Dieser trage dazu bei, dass der Standort „optimale Bedingungen“ biete. Ein Gambier und ein Ukrainer haben dort bereits das Handwerk erlernt und sind über Praktika zu einer Festanstellung bei der BPB Stahlbau GmbH gelangt. Sie hätten die Kultur intern bereichert und auch die Arbeit sei top, so Bittner. Die gelungene Integration erfreute den Landrat. Es sei gut zu sehen, dass es funktioniere. Constien musste sich jedoch die Frage gefallen lassen, warum nicht mehr Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten dürfen, denn Stephan Bittner könnte sie gebrauchen und Arbeit sei ohnehin genug da. „Die Politik muss handeln.“ Das sei Bundespolitik, so Constien. Dennoch wisse er um die Problematik und sei derselben Meinung. „Wir müssen einen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt gewähren.“

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