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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 16:47 Uhr

Bützow : Verwaltung bekommt neue Struktur

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Stadt plant Veränderung interner Abläufe

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Die Bützower Stadtverwaltung steht vor einem Umbruch. Im kommenden Jahr soll die Organisationsstruktur verändert werden. Ein Jahr wurde dafür die Stadtverwaltung unter die Lupe genommen. Nun wurden Lösungsvorschläge unterbreitet. Bis zum Jahresende soll daraus ein konkreter Plan werden.

Das Projekt „Verwaltung 2.0“ ist eine Idee von Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). Dabei geht es ihm unter anderem darum, die klassische Drei-Ämter-Struktur – Hauptamt, Finanzen und Bau- und Ordnungsamt – aufzulösen und die Tätigkeiten dienstleistungsorientiert zu organisieren. Das war der Auftrag an ein Beratungsbüro.

Doch bevor Lösungsansätze offeriert werden konnten, war eine Analyse des Ist-Zustandes notwendig. „Wir haben mit jedem Mitarbeiter gesprochen“, erklärte Hergen Korte vom beauftragten Beratungsunternehmen auf der jüngsten Stadtvertretersitzung. Erfasst wurde unter anderem, wie viel Zeit für eine einzelne Aufgabe benötigt wird. „Außerdem erfolgte eine Fallzahlerhebung“, so der Diplomkaufmann. Um einen realistischen Wert zu erhalten, seien die Jahre 2013 bis 2015 verglichen worden. Dabei ging es zum Beispiel um die Zahl der Gewerbeanmeldungen, die der Versicherungsfälle oder die Zeit, die für das Beantragen eines Personalausweises notwendig ist. Die ermittelten Werte wurden mit einem bundeseinheitlichen Mittelwert verglichen. Berücksichtigt wurde dabei die spezifische Bützower Situation. „Die Erfassung der Grundsteuer ist in allen Städten gleich. Doch dass für einen Personalausweis ein Passfoto gefertigt wird, das habe ich bisher in keiner anderen Stadt erlebt“, nennt Korte ein Beispiel. Am Ende der Datenerfassung stand das Ergebnis: Bützow hat derzeit 43,63 Vollzeitstellen. Benötigt werden aber 46,54, um alle Aufgaben in einer angemessenen Zeit zu erledigen. Diese Differenz müsse nicht mit mehr Personal aufgefangen, könnte mit einer neuen Struktur und moderner Technik ausgeglichen werden, sagt Korte. Mit der Neugliederung der Fachbereiche soll Personal verlagert werden.

Fest eingeplant ist ein Bürgerbüro mit vier Mitarbeitern. Es werde erste Anlaufstelle für die Einwohner sein, sagt Korte. Dort können sie zum Beispiel Antragsformulare abholen und abgeben, sie erhalten Informationen zu Veranstaltungen, zu touristischen Angeboten oder zu Urlaubsquartieren. Die Touristinformation in der jetzigen Form soll es nicht mehr geben. Dafür werde eine Stabsstelle eingerichtet, die dem Bürgermeister unterstellt ist. Die Mitarbeiter dort sollen sich beispielsweise um die Wirtschaftsförderung und die Erarbeitung von Projekten kümmern, zum Beispiel touristische Angebote erstellen.

Auch technisch müsse die Verwaltung aufrüsten. Die Abrechnung von Bauleistungen soll digital erfolgen. Zeit und Material werde eingespart, macht Hergen Korte deutlich. Gleiches gelte für das Dokumentenmanagment. „Es geht hier um die Ablösung der Papierakten. Auch die Landesregierung will bis 2020 umstellen“, zeigt er Zusammenhänge auf. Nicht zuletzt soll der Sitzungsdienst der Stadtvertreter digitalisiert werden. Das alles erfordere zusätzliches Personal im IT-Bereich, im Bereich Finanzen und für Projekte.

Auf Nachfrage räumte Hergen Korte ein, dass eine neue Struktur und moderne Technik nicht automatisch Einsparungen brächten. „Doch es gibt künftig mehr Aufgaben, die bewältigt werden müssen“, sagt Korte.

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