Bützower fühlen sich benachteiligt : Vermieter gegen Schüsselwald

So einen 'Schüsselwald' wie in manch anderer Stadt will die BüWo nicht haben.Archiv
So einen "Schüsselwald" wie in manch anderer Stadt will die BüWo nicht haben.Archiv

Ungleich behandelt fühlen sich manche Mieter der Bützower Wohnungsgesellschaft. Sie sehen nicht ein, dass ihnen verwehrt wird, eine Satellitenschüssel auf den Balkon stellen, während ausländische Mieter dies dürfen.

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15. November 2010, 08:09 Uhr

Bützow | Ungleich behandelt gegenüber ihren ausländischen Mitbürgern fühlen sich manche Mieter der Bützower Wohnungsgesellschaft (BüWo). Darauf verwies vor einer Weile Wolfgang Wehrmann (EB/FDP) gegenüber den Stadtvertretern.

Die Mieter könnten nicht einsehen, sagte er, dass ihnen von Seiten der BüWo verwehrt wird, sich für den Fernsehempfang eine Satellitenschüssel auf den Balkon zu stellen, während ausländische Mieter dies dürfen. "Die Bürger sehen darin eine Ungleichbehandlung" und dies könne ja wohl nicht sein, so Wehrmann.

Von einer Ungleichbehandlung könne man in diesem Falle nicht sprechen, meinte dagegen Bürgermeister Sebastian Constien. Es gehe darum, den ausländischen Mitbürgern den Empfang ihrer heimischen Fernsehsender in ihrer Muttersprache zu ermöglichen. Auf jeden Fall forderte die Stadtvertretung in dieser Frage von der BüWo Aufklärung ein.

In all ihren Wohnungen versuche die Bützower Wohnungsgesellschaft, ihren Mietern die Möglichkeit zum Fernsehen auf dem neuesten technischen Stand anzubieten, sagt Hanka Ollech von der BüWo. Und da die Zukunft im "Digitalfernsehen" liege, wurde gerade in allen Mehrfamilienhäusern die bisherige Breitbandnetz-Versorgung für den Fernsehempfang durch Digitaltechnik ersetzt. Der Empfang werde jetzt über eine große Satellitenanlage für alle gewährleistet. "Die Umstellung von Analog- auf Digitalfernsehen ist gerade abgeschlossen", betont Hanka Ollech.

"Die Mieter zahlen dafür eine Gebühr, auch die ausländischen", stellt sie fest. "Sicher denken manche, dass den ausländischen Mietern in der Betriebskostenabrechnung diese Gebühr erlassen wird, weil sie eine Satellitenschüssel haben. Das ist aber nicht so", macht die BüWo-Mitarbeiterin klar. Das habe sie mehreren Mietern auch schon persönlich gesagt, stellt sie fest.

Insgesamt habe die BüWo nur fünf ausländische Mietparteien in ihren Wohnungen: darunter vietnamesische und ägyptische Familien. "Und diese Familien möchten ja Kontakt zu ihren Heimatländern haben", so Hanka Ollech. Deshalb werde ihnen für die Satellitenschüsseln eine Ausnahme-Genehmigung erteilt. Nur an einem Haus, an dem es nicht anders geht, sei diese Schüssel an der Fassade angebracht. Alle anderen ausländischen Familien haben die Satellitenschüsseln so auf dem Balkon aufzustellen, dass man sie von unten nicht sieht, so sei es abgesprochen, sagt die BüWo-Mitarbeiterin.

"Fünf Satellitenschüsseln sind zu verkraften. Aber es können sich doch nicht alle eine solche Schüssel an die Balkone montieren. Wie würde das denn aussehen?", gibt Hanka Ollech zu bedenken. Und warum denn auch?, fragt sie sich. "Durch die Umstellung auf Digital können über 100 Programme empfangen werden. Darunter sogar Sender in Englisch, Spanisch und Französisch. Aber keine aus Ägypten", sagt sie.

Die ausländischen Mieter müssen sich das Aufstellen der Satellitenschüssel von der Wohnungsgesellschaft genehmigen lassen. "Bezahlen müssen sie sie aber selber", so Ollech. Die Betreffenden zahlen also gewissermaßen doppelt für ihren Fernsehempfang: Einmal den anliegenden Digitalanschluss und zusätzlich die Satellitenschüssel. "Durch die Umstellung auf Digital erhöhen sich ab 2011 etwas die Gebühren für den Fernsehanschluss", kündigt die BüWo-Mitarbeiterin an. Und dies betriff wiederum alle Mieter.

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