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Bützow/Güstrow : Verkehrsprävention für Kinder

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Präventionsberater Siegmund Becker verabschiedet sich, Bützower Karsten Hamann führt die Aufgabe weiter / Jetzt auch Busschule

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 15:42 Uhr

Vorsichtig fährt die zehnjährige Lisa mit ihrem Fahrrad an die Kreuzung heran und bleibt stehen. Ein Blick nach links und rechts, die Erkenntnis, dass der Weg frei ist und schon setzt die Viertklässlerin ihren Weg fort. Zehn Minuten später hält sie freudestrahlend ihren Fahrradpass in der Hand. Ein Szenario wie dieses gehörte für den Präventionsbeamten Siegmund Becker jahrelang zum polizeilichen Alltag. Rund 15 000 Kinder, so schätzt der 60-Jährige, brachte er seit 2001 durch die theoretische und praktische Fahrradprüfung.

Nun ging er in den verdienten Ruhestand und übergab den Staffelstab für die Präventionsberatung an seinen Nachfolger in der Polizeiinspektion Güstrow, Karsten Hamann aus Bützow.

Seit 1985 im Polizeidienst tätig, war der 51-Jährige lange als Streifenführer und Kontaktbeamter in Bützow unterwegs. Seit 2011 ist sein Einsatzgebiet die Barlachstadt, wobei sich das Arbeitsfeld der Prävention erst in den vergangenen Monaten auftat und sein Arbeitsbereich nun auf Güstrow, Bützow und Teterow erweiterte.

„Mir macht die Arbeit mit Kindern und Senioren großen Spaß, sodass die Entscheidung für mich eine leichte war“, erzählt Hamann. An seiner Seite steht zukünftig die 37-jährige Güstrowerin Carola Johannsen, die überwiegend die Kriminalprävention übernimmt.

Karsten Hamann ist „ein Bützower Jung“, wie er sagt. Er ist in der Stadt geboren, ging dort zur Schule und machte dort seine erste Berufsausbildung als Maler in der früheren PGH Maler. Nach der Armeezeit nahm er 1985 seinen Dienst bei der Polizei auf und war seitdem „ein Schutzmann durch und durch“, wie er feststellt. Das heißt, dass er in der Schutzpolizei vor allem draußen tätig war, Verkehrsunfälle mit aufnahm, Anzeigen nachging, Probleme klärte.

2011 wechselte der Bützower nach Güstrow ins Polizeihauptrevier. Ab Mai 2014 arbeitete er sich nun dort als Nachfolger von Siegmund Becker in das Aufgabengebiet des Präventionsberaters ein.

Als solcher kümmert er sich künftig in Theorie und Praxis um die Ausbildung von jüngeren Schülern zum Erwerb des Fahrradpasses, er geht an die Schulen und klärt die Kinder der vierten Klasse innerhalb des Sachkundeunterrichts über das richtige Verhalten im Straßenverkehr auf. In Städten wie Güstrow und Bützow, in denen es Verkehrsgärten gibt, nimmt er auch in der Praxis die Verkehrserziehung der Kinder vor. „Ich gehe dazu sogar in die Vorschule in Kindergärten“, sagt Karsten Hamann. „Die Verkehrserziehung ist eine ganz wichtige Geschichte“, weiß Hamann, der schon mehr als einmal in seiner Praxis auch Verkehrsunfälle miterleben musste, die durch falsches Überqueren von Straßen durch Kinder verursacht wurden. Die erste Etappe der Verkehrserziehung von Vorschulkindern sei deshalb, sie „fit zu machen für den Schulweg“. Wieder aufleben lassen wollen das Busunternehmen Rebus und die Polizei als Fachberater die „Busschule“, die es früher schon einmal gab. Das Angebot richtet sich vor allem an Erstklässler, die dabei das richtige Verhalten an einer Bushaltestelle und im Bus erlernen sollen. „Der Fahrschulbus holt die Kinder mit der Lehrerin von der Schule ab und wir fahren dann in eine ländliche Gegend an eine Bushaltestelle. Dort üben wir das Ein- und Aussteigen am Bus, dass es kein Drängeln und kein Trödeln geben darf, wie man zügig die Sitze einnimmt u. ä.“. sagt Karsten Hamann. Ganz wichtig sei auch das richtige Überqueren der Fahrbahn nach dem Verlassen des Busses. Der Fahrschullehrer von Rebus und er als Präventionsbeamter seien dabei ein gemeinsames Team. Die Idee zur Busschule stamme von Rebus, die mit den Schulen auch die Termine dafür macht. „Wir bieten das an für Schulen in Bützow, Güstrow und Teterow“, sagt Hamann.

 

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