"Bützower für Gambia" : Verein setzt auf noch mehr Qualität

Monika Thomsen bei ihrem letzten Besuch in „ihrer“ Schule in Labakoreh. In wenigen Wochen macht sie sich wieder auf den Weg nach Afrika.
Monika Thomsen bei ihrem letzten Besuch in „ihrer“ Schule in Labakoreh. In wenigen Wochen macht sie sich wieder auf den Weg nach Afrika.

Mitglieder von „Bützower für Gambia“ wollen für ihre Schule zweiten ausgebildeten Lehrer / Paten für jungendliche Afrikaner gesucht

von
02. Februar 2014, 00:00 Uhr

Wenige Sonnenstrahlen  am Wochenende in Bützow und Umgebung, die Quecksilbersäule des Thermometers kämpft mit dem Gefrierpunkt. Ganz anders in Gambia. „Dort steigen die Temperaturen am Tag auf um die 30 Grad“, weiß Monika Thomsen. Die Vorsitzende des Vereins „Bützower für Gambia“ bereitet sich auf die nächste Reise  nach Schwarzafrika vor. Seit nunmehr 17 Jahren engagiert sie sich  in  Labakoreh, einem Dorf in einem der ärmsten Länder der Welt, damit es Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familie dort ein wenig besser geht.

Gespannt wartet die 66-Jährige darauf, dass ein zehnminütiger Kurzfilm über die Arbeit in Gambia für die Homepage  des Vereins (www.buetzower-fuer-gambia.de) fertig gestellt wird. „Denn wichtig ist, dass wir regelmäßig über uns und unser Tun berichten“, erzählt die ehemalige Bützowerin, die heute in Güstrow lebt. Nur und gerade durch diesen offenen Umgang  findet der Verein immer wieder  neue Freunde und Förderer. „Das ist unheimlich wichtig“, erklärt die Vereinschefin. Denn  es gäbe nur elf eingetragene Vereinsmitglieder. Eine Hand voll von ihnen leistet die eigentliche Vereinsarbeit.

Für Monika Thomsen ist das nicht das entscheidende, obwohl sie sich über Verstärkung immer freut. „Entscheidend sind  vielmehr, die vielen Sponsoren, Freunde und Förderer, die immer wieder Geld für unsere Arbeit geben.“ Denn die Aufgaben und die Ansprüche an die eigene Tätigkeit seien in den zurückliegenden Jahren gestiegen. Ging es zunächst darum, überhaupt erst einmal etwas aufzubauen – einem Brunnen, folgte ein Kindergarten, dem eine Schule und ein Gesundheitszentrum, im vergangenen Jahr nun die Versorgung mit fließend Wasser für die aufgebauten Einrichtungen folgten – gehe es jetzt darum, das zu erhalten und zu verbessern.

„Wir wollen die Qualität  erhöhen. Einer der drei Lehrer beendet in diesem Jahr seine vierjährige Ausbildung. Er soll dann eine zweite ausgebildete Lehrkraft für die Schule finden“, erzählt Monika Thomsen. Denn längst  tragen die behutsam gesetzten Pflänzchen Früchte.  „Die ersten Mädchen und Jungen, die als erstes unser Schule besuchten, sind mittlerweile 18, 19 Jahr alt, wollen auf eine weiterführende Schule oder eine Universität. Zwischen 80 und 200 Euro im Jahr beträgt dafür das Schulgeld im Jahr. Geld, das die Familien nicht haben.“ Für vier Jugendliche wurde während des Besuch im vergangenen Jahr eine Patenschaft übernommen. „Jetzt kamen von vier weiteren Jugendlichen Anfragen, mit der Bitte um Unterstützung“, erzählt Thomsen. Bildung sei das A und O in einer der ärmsten Länder der Welt, damit es den Menschen besser geht. „Unser Lehrer kommt aus unserem Dorf. Und auch ein anderer Jugendlicher beendet jetzt seine Ausbildung, wird Computertechniker.“  Der Verein schaut ganz genau hin, was mit dem Geld passiert, dass es wirklich dort ankommt und dafür eingesetzt wird, wofür es gedacht ist. Mittlerweile gibt es viele Patenschaften.

 90 Kinder Mädchen und Jungen werden in der Schule betreut und mit einem Mittagessen versorgt. Das bedeutet, allein dafür  muss der Verein rund 4500 Euro jedes Jahr aufbringen. Deshalb freut sich Monika Thomsen über große und kleine Förderer gleichermaßen.  Beispiele zu nennen, fällt ihr nicht schwer. „Der 13-jährige Tadeo Hepperle aus Klein Raden verkaufte z.B. auf einem Herbstfest selbst gebackenes Gebäck. Für den Erlös von 50 Euro kann ein Kind in Gambia ein Jahr die Nursery School besuchen.“ Auch die evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Bützow unterstützt den Verein in den zurückliegenden  Jahren mit einer „nicht geringen Spende“, so Thomsen. „Die setzen wir für das Mittagessen ein.“

Mit im Gepäck hat sie in diesem Jahr zwei Netze für Fußballtore. Denn Fußball sei in dem Dorf sehr beliebt. „Wir werden Tore bauen und dann die Netze anbringen“, blickt Monika Thomsen voraus. Außerdem will man einen weiteren Schritt bei der Verbesserung der Hygiene und Gesundheit machen.  „Jetzt, wo wir fließend Wasser haben, sollen die Schüler lernen, sich regelmäßig in der Schule die Zähne zu putzen.“ Gesundheitsvorsorge, auch da steckt man in Gambia in vielen Regionen noch in den Kinderschuhen.

Monika Thomsen ist schon in Vorfreude. Am 31. März geht es los. Denn bei aller Armut, ist sie immer wieder begeistert, wie lebensfroh, herzlich und freundlich die Menschen in Labakoreh sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen