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Flüchtlinge : Verein macht Flüchtlinge für Berufe fit

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Unbegleitete Jugendliche aus Afghanistan und Syrien leben und lernen seit gestern in Steinhagen

Bahjat Hajikhalil kommt aus Syrien und ist 16 Jahre alt. Said Mohammedy ist ein Jahr älter und aus Afghanistan. Beide Jugendliche sind aus ihrer Heimat geflohen, allein ohne Eltern. Gestern bezogen sie ihr neues Zuhause auf Zeit im Bützower Berufsbildungsverein (BBV) in Steinhagen. In der kommenden Woche werden weitere zehn unbegleitete Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, folgen, die im BBV eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme absolvieren sollen, erzählt Geschäftsführer Peter Müller.

Der Abschied von ihrer Betreuerin Sabine Vogel fiel den beiden Jugendlichen gestern Nachmittag nicht leicht. Seit Februar waren sie in einer Einrichtung des DRK-Kreisverbandes in Lalendorf untergebracht. „Die Jugendlichen sind traumatisiert. Sie haben bei uns die ersten Deutschkenntnisse erworben. Normalerweise sollen sie nach drei Monaten in andere Einrichtungen wechseln“, sagt Sabine Vogel. Doch manchmal dauere das auch etwas länger.

Für ein Jahr sollen Bahjat und Said nun in Steinhagen bleiben. „Sie und die anderen Jugendlichen werden hier rund um die Uhr betreut“, erklärt Peter Müller. Zunächst gehe es darum, dass sie ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern. Dann können sie sich in verschiedenen Ausbildungsberufen ausprobieren. „Maurer, Maler, Tischler, Metallbauer, Kfz-Mechaniker – wir werden schauen, für was sie sich interessieren, welchen Beruf sie vielleicht einmal anstreben wollen“, sagt der BBV-Geschäftsführer. Dabei gibt es auch einen engen Kontakt zur Kreishandwerkerschaft.

„Wir wollen natürlich in solchen Bereichen ausbilden, wo bei den örtlichen Handwerksbetrieben Bedarf besteht“, so Müller. Bahjat zum Beispiel würde gerne in Deutschland bleiben, wie er sagt. Doch auch wer später einmal in die Heimat zurückkehrt, sollte das dann gut ausgebildet tun.

Das ist jedenfalls der Anspruch, der die Mitarbeiter des Bützower Berufsbildungsverein um Geschäftsführer Peter Müller seit mehr als einem Jahrzehnt umtreibt. Dem BBV-Chef ist auch wichtig, dass die einheimischen und ausländischen Jugendlichen hier eng zusammenarbeiten. „Wenn sie sich in jungen Jahren verstehen, dann klappt das auch später. Das ist meine feste Überzeugung“, sagt Müller.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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