Karneval : Verein feiert 30. Jubiläum

Die erste Funkengarde des Jürgenshäger Karnevalsvereins bei einem Auftritt 1987. Verein
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Die erste Funkengarde des Jürgenshäger Karnevalsvereins bei einem Auftritt 1987. Verein

Bei Faschingsfreunden aus Jürgenshagen dreht sich am Sonnabend alles um den runden Geburtstag / Mitglieder blicken auf Höhen und Tiefen zurück

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19. Januar 2016, 10:00 Uhr

1986 brachte Bruno Habermann den Karneval nach Jürgenshagen. Denn er stammte aus einer Region, wo das jecke Treiben bereits Teil der Jahreszeiten war. Gemeinsam mit Michael Constien und Manfred Boldt gründete er in den Sommermonaten den Jürgenshäger Karnevalsverein. Peter Marquardt ist zwar Urgestein des Vereins, aber „ich kam erst im November dazu und wurde gleich ins kalte Wasser geschmissen beim Karneval. Seitdem bin ich auch dabei“, erzählt Marquardt.

Am Wochenende feiert der Verein unter dem Motto „ 30 Jahre JCV in einer super Western-Schau“ nun sein 30-jähriges Bestehen – und an Aufhören ist noch lange nicht zu denken.


Fasching begann im Märchenwald


Gemeinsam mit dem amtierenden Karnevalspräsidenten Axel Gerr blätterte Marquardt kurz vor dem großen Fest durch alte Bilderbücher. Dabei fallen ihnen zahllose Geschichten ein. Das Büttfass zum Beispiel ist seit Anfang an dabei und wird jedes Jahr wieder rausgeholt. Anfangs gab es zudem noch einen Chor, der das Elferratslied sang. Inzwischen ist es Tradition, dass Peter Maquardt das Lied allein schmettert.

Bis der „1. Fasching im Märchenwald“ – so das Motto 1986 – starten konnte waren lange Vorbereitungen nötig. „Wir hatten noch keine Dekoration und keine Kostüme“, erklärt Marquardt. So mussten Wickelröcke als Tanzoutfits herhalten, weil sie schnell herzustellen waren. „Wir haben viele Bütten gehalten“, erinnert sich Marquardt. Seither gab es bunte Themen wie unter anderem „Mit Lust und Liebe – 1000 und eine Nacht“ oder „Skandal-TV“. Und auch das wohl erste schwule Prinzenpaar brachte der Verein hervor.

„1989 hatten wir Besuch aus Schwerin“, so Marquardt weiter. Es ging um die Einschätzung der künstlerischen Qualität. „Die haben sehr kritisch geschaut.“ Das Thema „Alle Mann an Bord“ hatten die Karnevalisten nicht ohne Bedacht gewählt und zitterten, wie das Ergebnis ausfallen würde. Tatsächlich gab es eine gute Einstufung. „Aber das hat uns nicht genutzt, da kam schon die Wende“, erzählt Marquardt und lacht.

Doch mit der Wiedervereinigung stand plötzlich der gesamte Verein in Frage. Das ganze Land befand sich im Umbruch und so auch der Karnevalsverein. Die Mitglieder entschieden sich, weiterzumachen und die Herausforderung anzunehmen.


Weitermachen oder Aufhören


Erst im November musste der Verein erneut mit einer ähnlichen Situation klarkommen. „Wir standen vor der Wahl: Machen wir weiter oder machen wir nicht weiter“, berichtet Axel Gerr. Grund für die Überlegung war, dass der Lindenkrug in Jürgenshagen im November für immer schloss. Die Karnevalisten mussten also nach 29 Jahren und ausgerechnet im Jubiläumsjahr kurzfristig einen neuen Veranstaltungsort finden. „Es war schon schwer“, stimmt Peter Marquardt zu. „Wir dachten, wir können den 30. noch im Lindenkrug feiern.“

Doch auch dieses Mal war die Entscheidung schnell getroffen: Weiter machen!
In der Sporthalle im Nachbarort Klein Belitz haben die Jecken einen neuen Veranstaltungsraum gefunden. Das Jubiläum wurde damit zwar zu einer echten Bestehensprobe, aber zumindest für die Gäste sollte die Umstellung problemlos laufen. Denn eine Vielzahl käme gar nicht aus Jürgenshagen, weiß Gerr. „Sie kommen aus den umliegenden Gemeinden, aber auch aus Rostock und Wismar.“

In den vergangenen Jahrzehnten gab es viele Hürden und Herausforderungen zu nehmen, einig sind Gründungsmitglied Marquardt und der amtierende Karnevalspräsident Axel Gerr dennoch: „Höhepunkt ist natürlich jeder Karneval“, so Gerr, der Bruno Habermann 2001 an der Vereinsspitze ablöste. Alle Mitwirkenden würden sich jedes Jahr aufs Neue individuell vorbereiten, um im Februar mit einem tollen Programm zu überzeugen. „Die Themenwahl machen wir im Frühjahr und jede Gruppe macht sich dann Gedanken“, sagt Gerr, der seit 1995 im Männerballett des Karnevalsvereins aktiv ist.

Die Herren vom Männerballett, die Frauentanzgruppe, Musiker, die Sketchschreiber, Büttredner und auch die Funkengarde bereiten ihre Vorstellung über Monate vor. Im Elferrat werden die Fortschritte besprochen. Doch zusammen kommt alles erst kurz vor knapp: „Letztlich sehen wir uns alle immer erst auf der Generalprobe“, so Gerr.

Das klingt nach heillosem Durcheinander, aber: „Es ist noch nie etwas wirklich schief gelaufen“, sagt er. Schließlich stimmten sich die Karnevalisten auch außerhalb der Proben ab. „Ich finde es spannend und schön – es klappt immer irgendwie“, so der Präsident.

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