Tierschutz : Urlaub machen statt Katze füttern

Im Bützower Tierschutzverein wimmelt es von Vierbeinern. Leiter Ulrich Krause sitzt inmitten von Katzenkindern.
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Im Bützower Tierschutzverein wimmelt es von Vierbeinern. Leiter Ulrich Krause sitzt inmitten von Katzenkindern.

Tierschutzvereine appellieren an Fürsorgepflicht

svz.de von
18. August 2016, 21:00 Uhr

Ein Haustier bringt Freude in den Alltag seines Besitzers. Doch wohin mit dem Tier, wenn Herrchen oder Frauchen in den Urlaub fahren wollen? Einige Halter gehen den einfachsten Weg und setzen das Tier aus. Die Ferienzeit bedeutet für Tierschützer meist Hochkonjunktur. Auch die Vereine in Bützow und Schwaan müssen auf das Fehlverhalten der Besitzer reagieren. „In diesem Jahr ist es besonders schlimm. Erst vor Kurzem haben wir zwölf Tiere aufgenommen“, erzählt Ulrich Krause, Vorsitzender des Tierschutzvereins in Bützow. So fand er einen kleinen Pappkarton vor dem Tor seiner Anlage am Gummiweg. Mauzend blickten ihn daraus Katzenkinder an. „Wenn ich die Kleinen sehe, kann ich gar nicht anders, als sie aufzunehmen.“ Doch platze der Verein bereits aus allen Nähten, so der Vereinsvorsitzende. Mittlerweile zähle er 31 erwachsene und 47 Jungtiere. Weitere 230 Katzen werden von Krause und seinen Helfern in Bützow und Umgebung betreut.

Als Problem komme hinzu, dass sich frei laufende Katzen unkontrolliert vermehren. „Mit unserer Kastrationsaktion in diesem Jahr wollten wir dem Ganzen vorbeugen. Aber nicht bei allen Katzen war eine Behandlung möglich. Bei einigen Tieren war die Schwangerschaft schon zu weit fortgeschritten.“


Schwaan zieht positive Bilanz


Manfred Poniatowski, Vorsitzender des Schwaaner Tierschutzvereins, sieht das Hauptproblem ebenfalls in der unkontrollierten Vermehrung. „Was das Aussetzen von Tieren angeht, kann ich für das Amt Schwaan nur Positives vermelden“, sagt Poniatowski. Hunde, die vonseiten des Vereins aufgegriffen wurden, konnten ihren Besitzern zurückgebracht werden. „Einen Kater und eine Katze haben wir im Juli aufgenommen, bei denen wir davon ausgehen, dass sie jemandem gehörten. Nur leider waren die Tiere so krank, dass wir nicht mehr helfen, sondern nur noch erlösen konnten.“

Aktuell kümmere der Schwaaner sich um mehr als 40 Katzen. „Ich kann nur an die Halter appellieren, ihrer Fürsorgepflicht nachzugehen und die Katzen nicht verwahrlosen zu lassen.“ Auch sei davon abzuraten, dass Urlauber während ihrer Zeit im Ferienhaus Vierbeiner anfüttern. „Denn wenn die Touristen in den Wintermonaten wieder abreisen, bleiben die Tiere alleine zurück“, sagt er.

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