Bützow : Unterwegs nach Emmaus

Wollen die Besucher per Sing-Sprech-Motette mit auf Reisen nach Emmaus nehmen: Friedemann Preuß, Erik Pfotenhauer und Tobias Sellenschlo (v.l.). Die kirchenoffene Aufführung findet Ostermontag statt.
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Wollen die Besucher per Sing-Sprech-Motette mit auf Reisen nach Emmaus nehmen: Friedemann Preuß, Erik Pfotenhauer und Tobias Sellenschlo (v.l.). Die kirchenoffene Aufführung findet Ostermontag statt.

Katholische Kirche lädt Ostermontag zur Sing-Sprech-Motette und anschließender Gesprächsrunde in die St. Antoniuskirche ein

svz.de von
07. April 2017, 05:00 Uhr

Nachdem sich die Aufführung von „Judith“ vom Miniaturtheater Kirchspiel als voller Erfolg entpuppte, steht nun ein weiterer Höhepunkt bevor. In abgewandelter Variante, aber wieder unter der Leitung von Kristina Handke, wird nun Ostermontag, 17. April, die Sing-Sprech-Motette „Unterwegs nach Emmaus“ in der katholischen Kirche aufgeführt. Pastor i.R. Friedemann Preuß und Pfarrer Tobias Sellenschlo schlüpfen in die Rollen von zwei Namenlosen, die auf dem Fußweg nach Emmaus ins Gespräch kommen, die sich die selben vielen Fragen stellen und von den Geschehnissen um die Kreuzigung Jesus verunsichert sind. Die Gesangseinlagen werden durch „ästhetische Unterbrechungen“, wie Handke es nennt, bereichert, die sich mit dem Tod Jesus beschäftigen. Den Sprech-Part nimmt Erik Pfotenhauer ein. Als Grundlage dient die biblische Geschichte des Lukasevangeliums.

„Zwei Menschen sind unterwegs und stellen sich Fragen“, erklärt Handke den Rahmen. Laut Sellenschlo sind die beiden „völlig fertig mit den Nerven“. Die Geschehnisse um den Prozess Jesu verunsichern die beiden, die sich auf dem Fußweg nach Emmaus finden. „Wichtig ist, dass niemand allein ist“, bringt Preuß ein. Handke: „Unter dem Eindruck großer Ereignisse ist es unklar, ob jemand neben ihm ist oder eben nicht.“ Die beiden Weggefährten würden nach Gemeinschaft suchen – und finden sie auch. Sie erzählen sich vieles immer wieder, bis sie es irgendwann vielleicht verstehen. Auf dem Weg offenbaren sich scheinbare Klärungen, die jedoch nicht eindeutig sind. Unterwegs und auf der Suche sein, davon handeln die Gespräche der beiden Namenlosen.

Dass die beiden namenlos sind, sei für die Zuhörer umso besser. So könne sich ein jeder in die Thematik hineinversetzen und sich mit auf die Reise nach Emmaus begeben. „Der ein oder andere hat damit noch keine Berührung gehabt“, erklärt Handke. Die Motette sei eine schöne Art, mit den umfassenden Fragen in Kontakt zu kommen. Die Vorführung ist bewusst kirchenoffen, sodass nicht nur „Insider“ die Aufführung besuchen.

Im Anschluss an die Aufführung sind auch wieder Gesprächsrunden geplant, um das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten. „Biblische Gestalten im Gespräch“, nennt es Kristina Handke.

Bis es Ostermontag zur Aufführung kommt, gibt es jedoch noch einiges zu tun für die Beteiligten – „viel Arbeit, aber schöne“, so Handke. Seit Februar werden die Texte gepaukt. Dass Auswendiglernen liege lange zurück, so Tobias Sellenschlo, etwa in der Studienzeit. Die szenische Umsetzung mache es nicht einfacher. Friedemann Preuß fällt das Lernen aufgrund der Szenerie aber leichter, wie er sagt.

Ob alle Beteiligten ihre Parts auch wirklich können, erfahren Interessierte Ostermontag um 17 Uhr in der katholischen Kirche St. Antonius in der Bahnhofstraße 34. Jeder ist herzlich willkommen.

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