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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 08:48 Uhr

Bützow : Unterwegs mit zwei Führerscheinen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Otto Schröder aus Kambs lebte 20 Jahre in den USA. Bruno Rinas absolvierte Fahrprüfung auf altem Opel

von
erstellt am 06.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Die Suche nach dem ältesten noch gültigen Führerschein im Landkreis Rostock bringt immer wieder neue interessante Geschichten hervor.

Otto Schröder aus Kambs kam am Montag in unsere Redaktion. Seine erste Fahrerlaubnis hielt er mit 18 Jahren in den Händen, erzählt Schröder. Das war 1954. Doch der aktuelle „Lappen“ trägt als Datum den 29. Juni 1976. Warum er damals seinen ersten Führerschein umtauschen musste, ist ihm nicht mehr in Erinnerung. Jedoch ist nicht nur Otto Schröder weit gereist, sondern auch das kleine graue Klappbüchlein. Schließlich lebte der gebürtige Suckwitzer zwei Jahrzehnte in den USA, in Chicago.

1980 ist er von Mecklenburg aus über den großen Teich geflogen, hat dort zunächst in einer Firma gearbeitet und sich später mit einem eigenen Unternehmen selbstständig gemacht. Im Jahr 2000 verkaufte er seine Firma und kehrte dann in die alte Heimat zurück, wurde in Kambs heimisch. „Ein Studienkollege von früher hatte mir hier ein Grundstück empfohlen“, erzählt Schröder. Doch immer wieder reiste der Neu-Kambser zu Besuchen in die USA. Deshalb besaß der 80-Jährige bis vor wenigen Wochen nicht nur den deutschen Führerschein, sondern auch den amerikanischen. Der Unterschied: „Alle vier Jahre muss der in den USA erneuert werden“, erklärt Otto Schröder. Da werde zum Beispiel die Sehfähigkeit getestet und der allgemeine Gesundheitszustand. „Und man muss auch immer noch einmal eine Fahrt absolvieren“, meint Otto Schröder. „Ich finde das schon richtig, schließlich geht es um die Sicherheit.“

Ebenfalls aus dem Jahr 1976 ist der aktuelle Führerschein von Bruno Rinas aus Bützow. Die Fahrschulprüfung absolvierte der heute 81-Jährige aber bereits im Dezember 1956. „Mein Fahrlehrer war Paul Müller von der Fahrschule Busse“, erinnert sich Rinas an diese Zeit. Das Fahrschulauto sei ein alter Opel gewesen. Er selbst habe sich dann einen alten 311er-Wartburg zugelegt. „Das war ein Schrottauto. Wir haben es dann nach Feierabend wieder aufgebaut“, erzählt der Bützower. Später habe er bis zur Wende einen 353er-Wartburg gefahren. Das Fahren habe ihm immer Spaß gemacht, zumal er als Vorsitzender der PGH Mechanik Baumgarten auch dienstlich viel unterwegs war. Heute ist er immer noch auf Achse, sagt Bruno Rinas. Doch heute sind die Fahrten nicht mehr so weit. „Eigentlich bin ich fast nur noch in Mecklenburg unterwegs, manchmal zum Urlaub in Thüringen“, erzählt Rinas. Kürzlich sei er in Ludwigslust von der Polizei angehalten und kontrolliert worden. Der Beamte habe gemeint, als er die alte Fahrerlaubnis sah, dass sie so etwas selten hätten. „Er fragte mich, warum ich sie nicht schon längst umgetauscht habe. Doch warum sollte ich. Sie ist doch noch gültig. Und es sind ja damit auch Erinnerungen verknüpft“, sagt Rinas.

 

 

 

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