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Bützower Zeitung

26. September 2017 | 02:22 Uhr

Bützow : Unliebsames Herbstkleid

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Herabfallendes Eichenlaub in der Pustohler Chaussee ist erneut Thema in der Stadtpolitik / Änderung der Reinigungssatzung geplant / Bauhof soll abholen, Zusammentragen soll weiter Anwohnern obliegen

svz.de von
erstellt am 07.Sep.2017 | 20:30 Uhr

Der Herbst wirft bereits seine Schatten voraus. Das bedeutet, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bäume wieder ihr Laub verlieren. Und damit steht die Stadt genau wie die betroffenen Anwohner der Pustohler Chaussee vor der Frage: Wie soll es weitergehen?

Bis Ende 2015 fuhr der städtische Bauhof die vergleichsweise großen Laubmassen der Pustohler Chaussee ab. Diese Sonderregelung wurde dann gekippt, die Anwohner waren wieder in der Pflicht. Zum Ärger vieler Bürger kam dann auch noch hinzu, dass der Landkreis die Abgabe von Laub bei den Wertstoffhöfen kostenpflichtig machte. Über Wochen und Monate wurde über die Situation diskutiert, auch angesichts der Tatsache, dass in der Bahnofstraße ebenfalls viel Laub anfällt und eine Sonderbehandlung in der Pustohler Chaussee unfair schien. Eine Regelung musste her, da waren sich alle Lokalpolitiker einig. Diese wird nun angestrebt, lag zuletzt im Finanz- und im Bauausschuss vor. Die Straßenreinigungssatzung der Stadt Bützow soll geändert werden.


„Anwohner sollen nicht auf Laub sitzen bleiben“


Im Finanzausschuss wurde der Beschlussvorlage zugestimmt. Der Stadtvertretung, die am kommenden Montag tagt und die das letzte Wort hat, wird eine Zustimmung empfohlen. „Die Anwohner sollen auf dem Eichenlaub nicht sitzen bleiben“, sagt Alfred Matzmohr, Vorsitzender des Finanzausschusses. Es solle lediglich noch deutlicher gemacht werden, dass das Laub nicht vom Bauhof zusammengetragen wird, sondern von den Anwohnern. Als Möglichkeiten nannte Matzmohr, dass das Laub beispielsweise zusammengefegt oder in vorgesehene Säcke gefüllt werden könnte.

Auch die Mehrheit des Bauausschusses ist dieser Ansicht. Sieben Ja-Stimmen und eine Enthaltung, dem Entwurf wurde zugestimmt. Genau wie der Finanzausschuss merkte aber auch der Bauausschuss an, dass in der Satzungsänderung die Formulierung eindeutiger sein soll. Diese ist im Wortlauf mit „Ausgenommen von der Übertragung der Reinigungspflicht ist die Aufnahme und Beseitigung des Eichenlaubs“ (gemeint ist die Pustohler Chaussee in der Reinigungssatzung) beschrieben. Wörtlich genommen, würde dies die Anlieger auch vom Zusammenfegen befreien. Für den Vorsitzenden des Bauausschusses, Axel Ulrich, würde dies einer Ungleichbehandlung mit anderen Mitbürgern gleichkommen. „Die Aufnahme sollte den Anwohnern obliegen“, sagt er.

Axel Ulrich betonte, dass mit der Satzungsänderung „Schadensbegrenzung“ betrieben wird. Auslöser aller Überlegungen und zum Teil auch Streitigkeiten sei der Landkreis gewesen, der die Abgabe von Laub kostenpflichtig machte.


Verrottungsprozess des Laubs kann Jahre dauern


„Die Blätter enthalten einen hohen Lignin- und Gerbsäureanteil, der nur langsam abgebaut wird“, heißt es diesbezüglich in der Beschlussvorlage der Stadt. Die Blätter würden deswegen viel länger benötigen, um sich vollständig zu zersetzen. „Unter Umständen kann sich der Verrottungsprozess sogar über mehrere Jahre hinziehen“, heißt es weiter. „Normalerweise kann Laub gut im Kompost entsorgt werden“, erklärt Axel Ulrich. Das Laub der Eichen in der Pustohler Chaussee hingegen sei dafür nicht geeignet, zudem fällt viel mehr davon an, was wiederum ein Nachteil für die Anwohner ist. Deswegen sollte laut Ulrich ein „Ausgleich“ geschaffen werden.

Wie die geplante Änderung der Straßenreinigungssatzung sich im städtischen Haushalt finanziell auswirkt, ist indes noch völlig unklar. „Die Umsetzung dieser Maßnahme führt hinsichtlich des Personalaufwandes, des Technikeinsatzes sowie der Entsorgungskosten zu Mehrausgaben beim städtischen Bauhof, deren Höhe derzeit noch nicht beziffert werden können“, heißt es in der Beschlussvorlage. Diese hat am Montag ab 19 Uhr die Stadtvertretung zur Entscheidung auf dem Tisch.

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