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ausstellung : Universitätstadt Bützow: Geschichte des Bibliothekars

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Das Krumme Haus eröffnet am Sonntag eine Sonderausstellung zum Gelehrten Oluf Tychsen

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Eine Bützower Größe kehrt zurück in die Warnowstadt: Im 18. Jahrhundert lebte und arbeitete der promovierte Oluf Gerhard Tychsen im jetzigen Krummen Haus, wo er die erste öffentliche Bibliothek Mecklenburgs gründete. Ab Sonntag können sich Interessierte in der Sonderausstellung über das Leben und Wirken des Wahlbützowers informieren.

„Die Ausstellungseröffnung ist der Höhepunkt unseres Frühlingsfestes am 1. Mai“, sagt Sabine Prescher, Leiterin des Krummen Hauses. Gastredner ist ab 13 Uhr Kurator Dr. Ulf Heinsohn vom Max-Samuel-Haus in Rostock. „Die Rostocker Mitarbeiter haben diese Ausstellung zusammengetragen und boten sie uns an. Eigentlich hatten wir gar keinen Platz dafür. Aber wir sind neue Wege gegangen“, sagt Annette Hübner, Mitarbeiterin beim Krummen Haus. Um einer Persönlichkeit, die Bützows Geschichte mitprägte, Platz einzuräumen, musste die bisherige Dauerausstellung im Museum weichen. Bereits beim Betreten des Krummen Hauses sind die Besucher mitten in der Welt des ehemaligen Bibliothekars. „In unserem Flur zeigen wir zuerst Auszüge aus dem Stammbuch Tychsens, in das sich Freunde, Bekannte und Kollegen in verschiedenen Sprachen eingetragen haben“, erzählt Hübner. Das Stammbuch ist eine Art Poesiealbum und enthält neben Zeilen der Erinnerung auch Illustrationen.

Wer weitergeht, kommt in die Dauerausstellung über das Krumme Haus, als es noch kein Museum war. Diese Geschichte ist mit dem Wirken Tychsens verwoben. Der Besucher erfährt, welchen Werdegang der 1734 im dänischen Tondern geborene Gelehrte machte und wie er nach Bützow kam.

1760 kam der 26-jährige Tychsen an die Bützower Universität. Dort promovierte er in orientalischen Sprachen, wobei das Hebräische einen Schwerpunkt bildete. Neben seiner Lehrtätigkeit ist ihm vor allem der Aufbau eines umfangreichen Buchbestands zu verdanken. „Er bildet heute den Grundstock der Bibliothek der Universität Rostock“, sagt Hübner. Mit dem Tod des damaligen Herzogs, der die Universität nach Bützow holte, wurde die Einrichtung in der Warnowstadt wieder geschlossen. Sowohl Oluf Tychsen als auch der Bücherbestand von insgesamt 14  134 Bänden zogen nach Rostock.

In seiner Zeit als Professor beschäftigte sich Tychsen intensiv mit dem Judentum. Diesem Forschungsbereich widmet sich ein Ausstellungsteil im Krummen Haus. Er zeigt unter anderem die Geschichte des Bützower Juden Aron Isaak. „Er wollte nach England, hat es dann aber nur bis nach Bützow geschafft. Hier lernte er seine Frau kennen und ließ sich nieder. Mit Tychsen verband ihn eine Freundschaft“, erzählt Hübner.

Die Ausstellung geht bis 30. September.

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