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Ungewöhnliche Begegnung : Treffen der Rehe am Bützower Schloss

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Was ist denn das? Die Autofahrerin bremst stark ab, schaut verdutzt, wie zuvor bereits ein anderer Autofahrer. Mitten in der Innenstadt, auf dem Fußweg in der Straße vor dem Rühner Tor stehen drei Rehe. Eine Ausnahme?

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erstellt am 15.Mär.2012 | 10:36 Uhr

Bützow | Ups, was ist denn das? Die Autofahrerin bremst stark ab, schaut verdutzt, wie zuvor bereits ein anderer Autofahrer. Mitten in der Bützower Innenstadt, auf dem schmalen Fußweg vor den Wohnhäusern in der Straße vor dem Rühner Tor stehen drei Rehe. Und schon springen sie über die Straße, verschwinden zwischen Schloss und Landwirtschaftsamt in Richtung Schlossplatz. Die Frau fährt weiter und schon kehren die Tiere des Waldes zurück, zupfen im Schein der Straßenlaterne am Gras am Giebel des Schlosses. Das alles passierte am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr. Muss man jetzt mit Wildwechsel schon mitten in Bützow rechnen?

"Das war wohl eher eine Ausnahme", sagt Norbert Nissen, Leiter der Bützower Polizeistation. Einen Wildunfall mitten in der Bützower Innenstadt mit Rehen, an so etwas können sich er und seine Beamten jedenfalls nicht erinnern. Und das es so etwas einmal geben wird, sei auch in Zukunft unwahrscheinlich.

Davon jedenfalls ist auch Kreisjägermeister Karl-Heinz Stegemann überzeugt. Dass sich die Tiere des Waldes so weit in die Stadt hineinwagen, sei für Bützow eher ungewöhnlich. "Vielleicht waren sie im Schilfgürtel des Bützower Sees unterwegs, sind aufgeschreckt worden und dann in Richtung Stadt gelaufen", vermutet Stegemann. Ohnehin sei die Zeit, in der Rehe in Gruppen auftreten, jetzt bald wieder vorbei. Nur im Winter seien die scheuen Tiere Gruppengänger. Das ändert sich Ende März, Anfang April. Dann werden auch Ricken wie Böcke wieder zu Einzelgängern. Es sei denn, die Ricken haben Kitze, erklärt der Güstrower.

Großstädte hätten mit dem Auftreten von Wild in der Stadt mehr zu kämpfen. "Da sind es dann aber auch nicht Rehe, sondern Wildschweine", erklärt der Kreisjägermeister. Die Leute schmeißen einfach zu viel weg. Das locke die Tiere an.

Deshalb tauchen auch immer mal wieder junge Füchse in Stadtnähe und in Dörfern auf. Wenn die Fehen ihre Jungen zur Welt gebracht haben, wird der "Nachwuchs" nach acht bis zehn Wochen "weggebissen", wie es waidmännisch heißt. Die jungen Füchse müssen dann auf eigenen Läufen stehen und sich selbst um Nahrung bemühen. Wenn dann irgendwo ein Grill angeschmissen werde, könne es schon passieren, dass ein Fuchs angelockt wird, erzählt Karl-Heinz Stegemann. Wichtig sei, dass man Tiere, die in Städten auftauchen, nicht berührt. Es bestehe zwar keine Gefahr, dass Krankheiten übertragen werden, wenn Wildtiere sich den Menschen so nähern (Stegemann. "Die Tollwut gibt es schon seit Jahren nicht mehr."), dennoch sollte man Abstand halten.

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