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Investoren von Druckerei sagen Bützow ab : Traum von 100 Arbeitsplätzen geplatzt

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Ein Traum, eine Hoffnung ist zerplatzt. Die Investoren, die im Bützower Gewerbegebiet eine Druckerei bauen und 100 Arbeitsplätze schaffen wollten, haben Bürgermeister Sebastian Constien jetzt eine Absage erteilt.

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erstellt am 27.Jan.2012 | 09:37 Uhr

Bützow | Ein Traum, eine Hoffnung ist zerplatzt. Die Investoren, die im Bützower Gewerbegebiet eine Druckerei bauen und 100 Arbeitsplätze schaffen wollten, haben Bürgermeister Sebastian Constien jetzt eine Absage erteilt. In einem Brief vom 11. Januar teilen sie mit, dass ein entsprechendes Schreiben auch an das Landesförderinstitut in Schwerin gegangen sei. Begründet wird dies mit fehlenden Bankkrediten.

Im Januar 2010 informierte der damalige Bürgermeister Lothar Stroppe darüber, dass eine deutsch-holländische Investorengruppe 30 000 Quadratmeter im Gewerbegebiet kaufen möchte, um dort eine Druckerei für Verpackungsmaterial und Planen zu bauen. Von 100 Arbeitsplätzen war die Rede. Im April 2010 erklärte MV-Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, dass eine Förderung möglich sei. Stroppes Nachfolger im Amt, Sebastian Constien, hakte noch vor dem offiziellen Amtsantritt im August 2010 und auch im Dezember des gleichen Jahres bei den Investoren nach, wie er gestern gegenüber SVZ erklärte. Im Dezember 2010 hieß es in einer E-Mail an Constien, dass noch Zusagen von Banken fehlten, diese aber unmittelbar bevorstehen. Ähnliche Antworten gab es auch im Frühjahr 2011. Dann war lange Zeit Ruhe. "Ich habe immer wieder meine Unterstützung angeboten und mich über den Landtagsabgeordneten Norbert Nieszery informieren lassen, ob die Investoren noch mit dem Landesförderinstitut im Gespräch seien", sagt Constien. Um so ernüchternder sei nun die Absage.

Mit der Absage relativiert sich auch eine zweite mögliche Gewerbeansiedlung. Für einen Pizza-Produzenten hält die Stadt gegenwärtig noch 50 000 Quadratmeter im Gewerbegebiet frei. "Das ist noch nicht vom Tisch", sagt Sebastian Constien. Da bleibe man weiter dran.

Mit dem Aus für die Druckerei werden aber Verhandlungen für ein zweites Gewerbegebiet im Norden von Bützow zunächst eingefroren. Constien hatte deshalb Gespräche mit einer Familie aus Kaiserslautern geführt. Die besitzt Flächen hinter dem Heizwerk in Richtung Steinhagen und Neuendorf. "Uns hat vorgeschwebt, das Land zu erwerben und dann zu erschließen. Doch von einem Kauf war die Familie nicht zu überzeugen. Aber über einen Tausch mit anderen Bauflächen war diskutiert worden", so Sebastian Constien. Diese Verhandlungen jetzt intensiv weiterzuführen, mache keinen Sinn. Mit der geplanten Biogasanlage, dem Solarfeld, der Druckerei und der Pizzafabrik, wäre das Gewerbegebiet an der Tarnower Chaussee voll gewesen. "Deshalb hatte ich überlegt, wo man neue Gewerbeflächen erschließen könnte. Und da bietet sich nur der Norden in Richtung Autobahn an", so Constien. Mit der Absage der Druckerei seien aber nun Flächen im Gewerbegebiet wieder frei. Deshalb lege man die Pläne vom neuen Gewerbegebiet auf Eis, bleibe aber mit der Familie in Kontakt.

Interessant: Bereits 1991 wollte diese Familie aus Kaiserslautern mit Investoren auf dieser Fläche, die zur Gemeinde Steinhagen (damals noch Neuendorf) gehört, ein SB-Warenhaus, eine Tankstelle, ein Bau- und Gartencenter und einen Getränkemarkt errichten. Das scheiterte aber vor zwei Jahrzehnten u.a. an Vorbehalten. Das Amt für Kommunalplanung und Gewerbeförderung der Stadt warnte damals u.a. vor einer Gefährdung "der mittelständischen Strukturen im Stadtzentrum" und davor, dass mit einer solchen Ansiedlung mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen würden.

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