Interview : Traum: Mit einem Truck in den Süden

Peter Kramer ist in seiner Wahlheimat Mecklenburg längst heimisch geworden. Von Neuendorf aus leitet er seine Firma mit zwei Betriebsstellen, die eine in Neuendorf, die andere in Lübeck.
Peter Kramer ist in seiner Wahlheimat Mecklenburg längst heimisch geworden. Von Neuendorf aus leitet er seine Firma mit zwei Betriebsstellen, die eine in Neuendorf, die andere in Lübeck.

Vor 20 Jahren kam Peter Kramer nach Mecklenburg / Heute ist er Chef von 37 Frauen und Männern / Gutes Miteinander im Dorf ist ihm wichtig

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21. Februar 2014, 16:15 Uhr

Er ist ein typischer Norddeutscher. Wirkt ruhig und gelassen, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Vor 47 Jahren, am 2. August 1966 kam Peter Kramer in Eutin zur Welt. Er absolvierte ein Studium Maschinenbau, Fachbereich Energietechnik, in Flensburg. 1992 kam er mit seinem Vater das erste mal nach Neuendorf, kaufte den Dreiseitenhof am Eingang des Dorfes. Nach Abschluss des Studiums baute Peter Kramer dann ab 1994 hier die Firma Land- und Fahrzeugtechnik Kramer auf. Er begann mit einem Mitarbeiter. Heute, zwei Jahrzehnte später, sind es 37 Frauen und Männern, denen er Arbeit gibt. Darunter derzeit sieben Auszubildende. Die sind nicht nur in der Werkstatt Neuendorf, sondern auch in der Zweigstelle Lübeck tätig, die Kramer vor zehn Jahre zusätzlich eröffnete. Längst ist der Mann in seiner Wahlheimat sesshaft geworden. Er ist nicht nur Firmenchef, sondern engagiert sich u.a. als Gemeindevertreter zunächst in Neuendorf, nach der Eingemeindung auch in der Gemeindevertretung Steinhagen.

SVZ-Reporter Ralf Badenschier stellte dem 47-Jährigen die berühmten 20 SVZ-Fragen.

1. Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Hier hinterm Haus, am Teich. Da kann ich die Ruhe genießen. Und natürlich die Ostsee.


2. Was würden Sie als Bürgermeister in ihrem Wohnort sofort verändern?

Da fällt mir eigentlich gar nichts ein. Wichtig ist mir, dass wir das erhalten, so wie es ist.


3. Wo kann man Sie am ehesten treffen?

Hier in der Firma.


4. Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient?

Ich habe als Kind schon immer mal ein wenig im Betrieb meines Vaters mitgeholfen. Aber richtig sechs Wochen am Stück gearbeitet habe ich als 16-Jähriger in den Ferien, das war im Hansapark Sierksdorf. Ich habe dort Müll gesammelt.


5. Wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe davon meinen Führerschein gemacht. Die Klasse 1B. Damit konnte ich dann Kräder bis zu 80 Kubik fahren.


6. Was würden Sie gerne können?

So richtig Gitarre spielen, nicht nur ein bisschen (Kramer zeigt auf die Gitarre, die in seinem Büro steht).

7. Was stört Sie an anderen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich möchte sie andersherum beantworten. Ich wünsche mir Menschen, die nicht teilnahmslos sind, sondern dass sich jeder auf seine Art und Weise in die Gesellschaft einbringt. Denn dadurch wird ein Gesellschaft und auch das Leben im Dorf vielfältig.


8. Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Worüber lacht macht? Ich lache über einen guten Witz. Meine Mutter hat mir dieser Tage solch einen erzählt.

9. Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Zu viel gegessen. Ich esse sehr gerne. Da etwas kürzer zu treten hat etwas mit Selbstdisziplin zu tun.


10. Wer ist Ihr persönlicher Held?

Ich habe keinen Helden. Ich habe Respekt vor Menschen, die etwas leisten für sich und die Gesellschaft. Zum Beispiel Feuerwehrmänner. Jeder der ein Haus hat, sollte in der Feuerwehr sein. Die sind schließlich da, wenn das Haus brennt.


11. Welches Buch lesen Sie gerade?

Bücher im Moment gar nicht. Am Morgen darf die Schweriner Volkszeitung beim Frühstück nicht fehlen. Ich möchte wissen, was in der Welt und hier in der Region passiert. Später lese ich per Internet noch die Lübecker Nachrichten, um Regionales aus meiner alten Heimat zu erfahren. Und ich lese Fachzeitschriften. Man muss immer auf dem aktuellsten Stand bleiben.


12. Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Das Nordmagazin, wenn ich dann mal schaue.


13. Wo trifft man sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Beim Fußball. Insbesondere bei unserem Latzhosenduell. Das Fußballspiel zwischen Handwerkern und Landwirten, das auch in diesem Jahr zum Herrentag hier bei uns auf dem Sportplatz stattfindet. Immerhin schon zum sechsten Mal. Das ist ein richtiges Event geworden.


14. Wen würden Sie gern mal treffen?

Wenn es möglich wäre meinen Opa. Ich würde ihm ganz viele Fragen stellen, zu seinem Leben, über seine Erfahrungen, über die Familie. Schließlich liegen dort meine Wurzeln. Wie gesagt: wenn es möglich wäre. Doch mein Opa lebt leider nicht mehr.


15. Wenn Sie selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch?

Weißkohl mit Hackfleisch, Schichtkohl nennt man das, glaube ich. Oder Blumenkohl.


16. Mit welchem Lied verbinden Sie ihre schönste Erinnerung?

Mit Musik von City. Damit verbinde ich Erinnerungen an die Wendezeit. Sie hat für uns alle tolle Veränderungen gebracht. Ohne die Wende würde ich heute nicht hier leben.


17. An welches Geschenk erinnern Sie sich noch besonders gerne und von wem haben Sie es bekommen?

An das jüngste Geschenk von meiner Frau, einen Hansa-Schal. Der hält schön warm. Ich bin Fan und Unterstützer des FC Hansa, sponsere aber auch Sportler hier in der Region. Sport ist einfach wichtig.


18. Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Mit Hartmut Kühn und André Liedtke hier aus dem Dorf ein Lkw beladen und irgendwo in den Süden fahren, vielleicht nach Griechenland oder in die Türkei. Einfach so für 14 Tage mal als Truckerfahrer unterwegs sein.

19. Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?

So richtig in Rente werde ich wohl nie gehen. So lange ich kann, werde ich hier in der Firma sein. Natürlich dann ein wenig kürzer treten.


20. Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?

Meiner Frau. Vielleicht erfahre ich so, was sie mir bisher noch nicht erzählt bzw. verraten hat (lacht).

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